Weckruf: Millennials sind nicht die einzigen Verbraucher

Beim letzjährigen Decoded Futures-summit in NYC wurde eine Botschaft laut, unsere Besessenheit von der bargeldärmsten Bevölkerungsgruppe der Millennials zu lösen und sich anderen Generationen zuzuwenden. Laut eines Berichts der Vereinten Nationen, wird die Bevölkerung aller Länder in den kommenden zwei Jahrzehnten voraussichtlich zunehmen. Experten warnen daher, den Fokus zu eng zu auf nur eine Generation zu legen. Laut Marshall Cohen, Chefanalyst des Analyseunternehmens NPD Group, "ist das am schnellsten wachsende Segment mit der höchsten Kaufkraft das der Boomer-Demografie”. Und Visa Business and Economic Insights 2018 berichtet, dass über 55-Jährige fast die Hälfte aller Konsumausgaben und über 70 Prozent des Vermögens in den USA ausmachen. Gen X ist auch nicht bereit, seine modische Glaubwürdigkeit aufzugeben, nur weil man die 40 überschritten hat - dafür sind Vertreter dieser Generation in Medien und Marketing allerdings stark unterrepräsentiert. Laut Analyse von Bankrate geben die Angehörigen der Generation X mehr für schlechte Angewohnheiten aus als jede andere Generation - sollten sie nicht trotz ihrer Laster gut angezogen sein?

Weckruf: Millennials sind nicht die einzigen Verbraucher

Modehungrige über 50-Jährige

Was steckt hinter der Kurzsichtigkeit der Marketer? Millennials sind nicht nur arm, sondern auch übersättigt. Gleichzeitig fühlen sich die über 55-Jährigen in der Modebranche so stark unterrepräsentiert, dass sie sich gezwungen sehen, ihr Geld anderweitig auszugeben und fast 60 Prozent aller Freizeitreisen ausmachen. Auffällig noch nicht von der Mainstream-Mode und Beauty-Werbung entdeckt, ist diese Demografie jedoch modehungrig, wie der Erfolg auf Instagram zeigt. AdvancedStyle, von Ari Seth Cohen, mit 248.000 Anhängern, hat zahlreiche Style-Bücher publiziert, die farbenfrohe, selbstbewusste Pfaue eines höheren Alters feiern. Nicht zufrieden mit stereotypen Darstellungen älterer Frauen ist auch Accidental Icon, Lyn Slater (577.000 Instagram-Follower). Sie beschreibt sich in ihrem Blog als "die Frau, die keine Kleidung konsumiert, sie lebt ihr Leben darin und kleidet sich ehrlich, hat einen originellen Stil, ohne exzentrisch zu sein....hat die Kraft, nicht Teil einer Gruppe zu sein, auch wenn sie gerne Teil einer Gruppe ist". Die berühmte 97-jährige New Yorkerin Iris Apfel hat 1,1 Millionen Follower, die sich in einem Dokumentarfilm über ihr Leben und einer Barbie-Puppe nach ihrem Vorbild niederschlagen. Diese Individuen sind nicht nur Style-Influencer, sondern auch kulturelle Einflussfaktoren, warum ignorieren Marken also ihre Macht?

Weckruf: Millennials sind nicht die einzigen Verbraucher

Jetzt mit Gen Z in Kontakt treten

Marketingspezialisten versagen auch bei der Zukunftssicherung ihres Unternehmens, indem sie sich mit einem anderen bargeldreichen Verbraucher am anderen Ende des Altersspektrums zu wenig beschäftigen.

Laut einer Studie von Barkley aus dem Jahr 2018 betragen die Ausgaben der US-amerikanischen Gen Z 143 Milliarden Dollar pro Jahr im Vergleich zu den jährlichen Ausgaben von 65 Milliarden Dollar bie den Millennials. Gen Z ist in einer Zeit der wirtschaftlichen Instabilität inmitten rasanter Innovationen in der digitalen Technologie aufgewachsen, die sie, so Forbes, "entschlossen, klug, pragmatisch und fleißig" gemacht haben und sie "auf den Weg bringen, bis zum Jahr 2020 die größte Generation von Verbrauchern zu werden".

Als Tech Natives sie sind extrem vernetzt, achten auf Bewertungen und Reviews und haben großen Einfluss auf die aktuellen Haushaltsausgaben. Sie kehren auch den Trend zum Online-Shopping um, da sie eine Präferenz für das Einkaufserlebnis im Geschäft haben. Laut Forbes "stützt sich Gen Z mehr auf Marken, wenn es darum geht, ihre Identitäten zu entwerfen", sodass sie zwar derzeit mehr Informationen als Produkte verbrauchen, aber informiert sind. Genau jetzt ist der richtige Zeitpunkt für Marken, um mit ihnen zusammenzuarbeiten.

Dieser Artikel wurde zuvor auf FashionUnited.uk veröffentlicht. Übersetzung und Bearbeitung: Barbara Russ.

Fotos von Pixabay, FashionUnited.

 

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