Hugo Boss: Frasers-CEO Michael Murray ist neuer Aufsichtsratsvorsitzender
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Der britische Großaktionär Frasers Group Plc hat seine Machtansprüche beim Metzinger Modekonzern Hugo Boss AG erneut unter Beweis gestellt. Am Mittwoch teilte der Bekleidungsanbieter mit, dass Michael Murray am Dienstag zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt wurde. Sein Vorgänger Stephan Sturm hatte vor wenigen Tagen seinen Rücktritt erklärt.
Murray ist seit 2022 CEO der Frasers Group, die seit Monaten versucht, die Mehrheit an Hugo Boss zu übernehmen. Im Rahmen eines freiwilligen Übernahmeangebots hatte sich der Mutterkonzern von Handelsketten wie Sports Direct, Frasers und Flannels bis Mitte August knapp 48 Prozent der Anteile gesichert. Erklärtes Ziel von Frasers ist weiterhin, die 50-Prozent-Marke zu überschreiten. Hintergrund sind seit Langem andauernde Unstimmigkeiten über strategische Entscheidungen, etwa die Dividendenpolitik.
Die Frasers Group arbeitet seit Monaten an einer Übernahme von Hugo Boss
So hatte der Handelskonzern bereits im vergangenen Winter dem damaligen Aufsichtsratschef Sturm zwischenzeitlich das Vertrauen entzogen und schließlich im Juni sein Übernahmeangebot gestartet. Dieses war vom Management von Hugo Boss umgehend kritisiert worden. Der Angebotspreis von 38 Euro pro Aktie spiegele „den eigenständigen Wert und das zukünftige Wertschöpfungspotenzial von Hugo Boss nicht angemessen wider“, hieß es in einer Unternehmensmitteilung. Trotzdem gelang es der Frasers Group, zahlreiche Anteilseigner:innen von einem Verkauf ihrer Aktien zu überzeugen.
Im Zuge der Unstimmigkeiten zwischen dem Modekonzern und seinem Großaktionär war Murray, der Schwiegersohn des Frasers-Eigentümers Mike Ashley, bereits mehrfach für mögliche Führungspositionen bei Hugo Boss ins Gespräch gebracht worden. Letztlich konnte er sich nun den Vorsitz im Aufsichtsrat sichern, dem er bereits seit Mai 2025 angehört.
Murray will „die Umsetzung der strategischen Prioritäten unterstützen“
Sinan Piskin, der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende von Hugo Boss, würdigte Murrays Ernennung. „Ich freue mich, dass wir mit Michael Murray einen ausgezeichneten Nachfolger für diese Position gefunden haben“, erklärte er in einem Statement. „Seine Wahl schafft Klarheit über die Führung des Aufsichtsrats in einer wichtigen Phase für das Unternehmen und sichert die Kontinuität unseres strategischen Kurses im Interesse aller unserer Stakeholder. Wir wünschen Michael Murray viel Erfolg in seiner neuen Rolle und freuen uns auf die Fortsetzung unserer engen und konstruktiven Zusammenarbeit.“
Murray selbst unterstrich, dass er am laufenden Reformkonzept festhalten wolle. „Gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen im Aufsichtsrat und Vorstand freue ich mich darauf, auf dem starken Fundament des Unternehmens aufzubauen und die Umsetzung der strategischen Prioritäten zu unterstützen“, erklärte er. „Mit Kontinuität und einer klaren langfristigen Perspektive werden wir uns darauf konzentrieren, das volle Potenzial von Hugo Boss zu erschließen und nachhaltigen Wert für alle Aktionärinnen, Aktionäre und Stakeholder zu schaffen.“
Neben Murray wird die Frasers Group künftig einen zweiten Posten im Aufsichtsrat von Hugo Boss mit einem eigenen Vertreter besetzen. „Vorbehaltlich seiner gerichtlichen Bestellung“ werde Robert Palmer in das Gremium einziehen und den durch Sturms Rücktritt vakanten Sitz übernehmen, teilte das Unternehmen mit. Palmer ist demnach seit 2022 Director der Frasers Group Financial Services Limited.