Adidas in der Corona-Krise: Umsatzrutsch und Gewinneinbruch im ersten Quartal

Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie haben den Sportartikelkonzern Adidas AG im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020 hart getroffen. Der Umsatz sackte aufgrund der zeitweiligen Ladenschließungen in allen wichtigen Märkten um fast ein Fünftel ab, der Gewinn brach ein. „Unsere Ergebnisse für das erste Quartal verdeutlichen die ernsthaften Herausforderungen, die der globale Ausbruch des Coronavirus selbst an gesunde Unternehmen stellt“, räumte CEO Kasper Rorsted am Montag in einer Mitteilung ein.

In den Monaten Januar bis März belief sich der Konzernumsatz auf 4,75 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahresquartal bedeutete das einen Rückgang um 19,2 Prozent. Die Erlöse der Hauptmarke Adidas schrumpften um 20,1 Prozent (währungsbereinigt -20,3 Prozent) auf 4,27 Milliarden Euro, beim Label Reebok sanken sie um 11,4 Prozent (währungsbereinigt -11,9 Prozent) auf 372 Millionen Euro.

Ladenschließungen lassen Umsatz um rund 19 Prozent sinken

Die regionalen Umsätze hätten im Laufe des Quartals den „zeitlichen Verlauf der globalen Entwicklung des Coronavirus-Ausbruchs“ und der damit einhergehenden Schutzmaßnahmen widergespiegelt, erklärte das Unternehmen. Bereits seit Ende Januar waren die Geschäfte in China betroffen, es folgten Beschränkungen in Japan und Südkorea. So sank der Konzernumsatz im asiatisch-pazifischen Raum um 44,7 Prozent (währungsbereinigt -44,9 Prozent) auf 1,18 Milliarden Euro. Allein in China schrumpften die Erlöse nach Angaben von Adidas währungsbereinigt um 58 Prozent.

Nachdem der Umsatz außerhalb der Region Asien-Pazifik in den ersten beiden Monaten des Jahres noch ein währungsbereinigtes Wachstum um acht Prozent erreicht hatte, musste Adidas im März dann auch in seinen übrigen Märkten die weitgehende Einstellung des stationären Einzelhandels verkraften. So sank der Quartalsumsatz in Westeuropa um 8,0 Prozent (währungsbereinigt -8,1 Prozent) auf 1,43 Milliarden Euro, in Lateinamerika um 9,7 Prozent (währungsbereinigt -0,4 Prozent) auf 339 Millionen Euro und im Segment Emerging Markets um 11,1 Prozent (währungsbereinigt -11,0 Prozent) auf 293 Millionen Euro.

Leichte Zuwächse erzielte der Konzern in Nordamerika, wo die Erlöse um 3,8 Prozent (währungsbereinigt +0,8 Prozent) auf 1,20 Milliarden Euro wuchsen, sowie in der Region Russland /GUS, die ein Umsatzplus von 12,8 Prozent (währungsbereinigt +9,0 Prozent) auf 154 Millionen Euro erreichte.

Neben dem Umsatzrutsch belasten weitere Krisenfolgen das Ergebnis

Die Auswirkungen der Krise belasteten auch das Ergebnis. So sank die Bruttomarge von 53,6 auf 49,3 Prozent. „Diese Entwicklung ist hauptsächlich auf eine weniger günstige regionale Umsatzverteilung infolge von einem überproportionalen Umsatzrückgang in China, negativen Währungsentwicklungen sowie Kosten in Zusammenhang mit der Stornierung von Bestellungen zur Anpassung eingehender Warenlieferungen an die aktuelle Situation zurückzuführen“, erläuterte Adidas.

Zwar konnte der Konzern die Betriebsgemeinkosten trotz höherer Wertberichtigungen leicht senken, aufgrund des Umsatzeinbruchs brach der operative Gewinn aber trotzdem um 92,6 Prozent auf 65 Millionen Euro ein. Der Nettogewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen sank um 96,9 Prozent auf 20 Millionen Euro, der auf die Anteilseigner entfallende Quartalsüberschuss um 95,1 Prozent auf 31 Millionen Euro.

Der Konzern rechnet mit noch schlechteren Zahlen im zweiten Quartal

Angesichts der weiterhin unabsehbaren Entwicklung der Covid-19-Pandemie verzichtete der Vorstand auf Prognosen für das Gesamtjahr. Im zweiten Quartal werden sich die Resultate aber voraussichtlich weiter verschlechtern: „Den Erwartungen zufolge wird der währungsbereinigte Umsatz mehr als 40 Prozent unter dem Vorjahresquartal liegen und das Betriebsergebnis negativ ausfallen“, erklärte das Unternehmen.

Die einzigen Lichtblicke sind derzeit die allmähliche Erholung der Nachfrage in China und die deutlichen Zuwächse im Online-Geschäft, das im März ein währungsbereinigtes Umsatzplus von 55 Prozent erzielte. Doch weltweit befindet sich auch Adidas nach wie vor in einer Ausnahmesituation: „Während wir uns auf die Rückkehr zu einer Normalisierung unseres Geschäfts vorbereiten, bleiben wir auch realistisch: Mehr als 70 Prozent unserer Stores weltweit sind weiterhin geschlossen“, betonte CEO Rorsted.

Foto: Adidas

 

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