American-Apparel-Mutter Gildan meldet rückläufigen Umsatz und Gewinn

Der kanadische Textilkonzern Gildan Activewear Inc. hat im ersten Quartal 2018 beim Umsatz und Ergebnis die Vorjahreswerte verfehlt. Die Zahlen hätten aber „größtenteils im Rahmen der Erwartungen“ gelegen, erklärte das in Montreal ansässige Unternehmen, das Anfang vergangenen Jahres die Markenrechte am insolventen Modelabel American Apparel übernommen hatte. Die Jahresprognosen blieben daher unverändert.

In den Monaten Januar bis März belief sich der Konzernumsatz auf 647,3 Millionen US-Dollar (542,4 Millionen Euro). Damit schrumpfte er im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,7 Prozent. Das lag an einem mächtigen Rutsch im Segment Strumpfwaren und Unterwäsche: Dort sank der Umsatz um 20,4 Prozent auf 132,8 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen begründete den Rückgang unter anderem mit einem Strategiewechsel bei wichtigen Einzelhändlern, die derzeit bei der Zusammenstellung ihrer Sockensortimente verstärkt auf Eigenmarken setzten.

American Apparel wurde als Online-Marke neu gestartet

Zulegen konnte die Konzernsparte Activewear. Ihr Umsatz stieg um 3,2 Prozent auf 514,5 Millionen US-Dollar. In der Unterkategorie Fashion Basics, in der auch American Apparel geführt wird, wurde nach Angaben des Unternehmens ein zweistelliges Umsatzplus verbucht. Genaue Zahlen zur Entwicklung von American Apparel wurden nicht veröffentlicht.

Im Januar 2017 hatte sich Gildan die Markenrechte an American Apparel gesichert, nicht aber das stationäre Filialnetz. Danach verlegte der neue Eigentümer einen großen Teil der Produktion ins Ausland – zuvor hatte „Made in America“ zu den Identitätsmerkmalen des Labels gehört. Immerhin verspricht auch Gildan ethisch korrekte Arbeitsbedingungen.

Beim Relaunch der Marke setzt der Konzern bislang voll auf den Internet-Versand: Erst wurde im vergangenen Jahr ein Webshop des Labels in den USA eröffnet, inzwischen ist American Apparel online in mehr als 200 Märkten erhältlich. Ende des Jahres soll Berichten zufolge aber auch wieder ein erster stationärer Store eröffnet werden.

Höhere Ausgaben ließen den Gewinn von Gildan im ersten Quartal um fast 19 Prozent schrumpfen

Höhere Materialkosten und gestiegene Investitionen in den Ausbau des E-Commerce und der Vertriebskapazitäten belasteten das Ergebnis des Konzerns. So sank der operative Gewinn um 18,0 Prozent auf 76,3 Millionen US-Dollar. Der Quartalsüberschuss schrumpfte um 18,7 Prozent auf 67,9 Millionen US-Dollar (56,9 Millionen Euro).

An ihren Jahresprognosen für 2018 hielt die Konzernführung fest. Prognostiziert wird damit weiterhin ein Umsatzwachstum um einen „niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentsatz“. Der um Sondereffekte bereinigte verwässerte Gewinn pro Aktie soll 1,80 bis 1,90 US-Dollar erreichen. 2017 hatte er bei 1,72 US-Dollar gelegen.

Foto: American Apparel Facebook-Page
 

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