Bestseller will Lieferanten „früh und sofort“ bezahlen

Der dänische Bekleidungskonzern Bestseller A/S, zu dem Marken wie Vero Moda, Jack & Jones und Only gehören, will Zahlungen für laufende Aufträge sofort freigeben und vorzeitige Zahlungen bis Oktober tätigen, um sicherzustellen, dass Lieferanten genug Geldmittel haben, um ihren Geschäftsbetrieb fortführen zu können.

„Der Schwerpunkt liegt darauf, unsere Partner durch die Krise zu bringen“, sagt Bestseller in einer Erklärung auf seiner Website vom Freitag. „Es war für uns aufgrund weltweiter Lockdowns notwendig, unsere Geschäfte und auch unseren Warenfluss anzupassen. Unsere eigenen Bestellungen und Einnahmen wurden hart getroffen und lagen zeitweise fast bei Null, aber wir haben unser Bestes getan, um die Auswirkungen auf unsere gesamte globale Lieferkette so gering wie möglich zu halten“, heißt es weiter.

Bestseller hat Lieferanten durchgehend bezahlt

Das Unternehmen weist auf enge Beziehungen zu seinen Lieferanten in allen Produktionsländern hin, die durch mehrere Besuche im Jahr zementiert werden. Zudem beschäftigten sich globale Teams mit Themen wie Arbeitsrechte, Umweltverbesserungen, Chemikalienmanagement und mehr und arbeiteten eng mit Zulieferern und regionalen Interessengruppen zusammen. „Aufgrund unserer langfristigen Verpflichtungen und unserer engen Zusammenarbeit haben wir uns gegenseitig unterstützt und die unmittelbare Zukunft unserer gegenseitigen Geschäfte gesichert, wofür wir alle bei Bestseller dankbar sind“, so das Unternehmen.

Konkret will Bestseller alle ausstehenden Rechnungen sofort bezahlen, egal, wann sie eingegangen sind. In den kommenden Monaten will der Konzern Rechnungen mit Ladeschlussterminen im Juli, August und September innerhalb von zehn Tagen begleichen; ab 1. Oktober gelte dann wieder die Standard-Zahlungsfrist von 90 Tagen.

Bestseller erwartet anhaltende Störungen durch Pandemie

Auch wenn Bestseller betont, all Lieferanten durchgehend bezahlt zu haben und sicherzustellen, dass diese auch bei Arbeitern ankommen, kündigt das Unternehmen eine Straffung seiner Lieferkette an: „Wir haben einen engen Dialog mit allen unseren Lieferanten geführt, um ihre Situation zu verstehen und den besten Weg für unsere gemeinsamen Geschäfte zu finden. Es wird immer Platz für Verbesserungen geben. Wir sind weiterhin motiviert, unsere Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten zu verbessern und unsere Lieferkette zu stärken. Das bedeutet auch, dass wir die geplante Konsolidierung unserer Lieferkette beschleunigen müssen, und das bedeutet leider, dass wir die Anzahl der Lieferanten, die mit uns arbeiten, reduzieren müssen.“

„Wir gehen davon aus, dass die durch die Pandemie verursachten Störungen weiter anhalten werden, und es ist daher unerlässlich, dass wir als Marke und als Partner von Zulieferern in Entwicklungsländern weiterhin an der Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Lieferkette arbeiten - und uns gemeinsam mit unseren strategischen Zulieferpartnern langfristig auf Verbesserungen konzentrieren. Wir werden uns weiterhin an alle regionalen Interessengruppen, NGOs, Gewerkschaften, Regierungen und Arbeitgeberverbände wenden, um die Entwicklung stärkerer Systeme in allen Regionen, in denen wir tätig sind, zu unterstützen“, schließt Bestseller.

Bestseller unterstützt zudem die Initiative 'Covid-19: Action in the Global Garment Industry', die von der ILO, IndustriAll und anderen globalen Interessengruppen ins Leben gerufen wurde. „Damit verpflichten wir uns, Maßnahmen zu ergreifen, um das Einkommen, die Gesundheit und die Beschäftigung von Bekleidungsarbeitern zu schützen und die Arbeitgeber dabei zu unterstützen, während der Covid-19-Krise zu überleben und zusammenzuarbeiten, um nachhaltige soziale Schutzsysteme für eine gerechtere und widerstandsfähigere Bekleidungsindustrie zu schaffen“, verspricht Bestseller.

Foto: Jack & Jones

 

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