Billabong rutscht im ersten Halbjahr tiefer in die roten Zahlen

Der australische Surfwear-Spezialist Billabong International Limited war zuletzt vor allem wegen der geplanten Übernahme durch den US-amerikanischen Konkurrenten Boardriders Inc. in den Schlagzeilen. Am Freitag veröffentlichte das Unternehmen nun aktuelle Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2017/18. Demnach musste es einen weiteren Umsatzrückgang und einen deutlich höheren Verlust hinnehmen.

CEO Neil Fiske machte „anhaltende systemische und strukturelle Wandlungen“ im Sportartikel-Handel für die Probleme verantwortlich. Dazu zählte er die wachsende Bedeutung des Online-Geschäfts und allgemein schwierige Rahmenbedingungen, die bereits zu zahlreichen Insolvenzen in der Branche geführt hätten.

In den Monaten Juli bis Dezember erwirtschaftete Billabong einen Konzernumsatz in Höhe von 474,5 Millionen Australischen Dollar (302,7 Millionen Euro). Gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutete das einen Rückgang um 3,1 Prozent. Bereinigt um Wechselkursveränderungen sanken die Erlöse um 1,5 Prozent. Der Umsatz der Hauptmarke Billabong schrumpfte um 0,5 Prozent, das Label Element musste sogar einen Rückgang um 13 Prozent verkraften. Deutlich aufwärts ging es hingegen bei RVCA (+9,6 Prozent).

Zufrieden war das Management mit der Geschäftsentwicklung in der Region Americas. Dort hätten die in den vergangenen Jahren umgesetzten Restrukturierungsmaßnahmen „ein weiteres gutes Resultat“ geliefert, erklärte das Unternehmen. Die Erlöse stiegen um 1,1 Prozent (währungsbereinigt +3,9 Prozent) auf 194,2 Millionen Australische Dollar.

In Europa und im asiatisch-pazifischen Raum sanken die Umsätze

Weniger erfreulich fielen die Zahlen im asiatisch-pazifischen Raum aus, wo der Umsatz um 6,6 Prozent (währungsbereinigt -4,5 Prozent) auf 198,6 Millionen Australische Dollar schrumpfte. In der Region, die auch den australischen Heimatmarkt einschließt, sei „der Wendepunkt noch nicht erreicht worden“, räumte Billabong ein. Immerhin seien in den verbesserungsbedürftigen Bereichen erste Fortschritte gemacht worden.

Auch in Europa verfehlten die Erlöse das entsprechende Vorjahresniveau klar: Sie sanken um 3,7 Prozent (währungsbereinigt -6,1 Prozent) auf 81,7 Millionen Australische Dollar. Das Unternehmen begründete den Rückgang mit Verschiebungen bei den Lieferterminen und unerwartet schlechten Geschäften in den eigenen Stores. Trotz deutlicher Zuwächse im Online-Geschäft (+15,1 Prozent) sanken die Retail-Erlöse in Europa auf vergleichbarer Basis aufgrund der schwachen Nachfrage in den stationären Läden (flächenbereinigt -2,3 Prozent) insgesamt um 0,3 Prozent.

Der Halbjahresverlust von Billabong wuchs um 43 Prozent

Die Probleme im asiatisch-pazifischen Raum und in Europa belasteten auch das Ergebnis. Zuwächse in Amerika konnten Gewinnrückgänge in beiden Regionen nicht kompensieren. So sank das um Sondereffekte und die Anteile inzwischen veräußerter Geschäftsbereiche bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 19,1 Prozent (währungsbereinigt -15,9 Prozent) auf 19,3 Millionen Australische Dollar. Das ausgewiesene EBITDA erreichte mit 10,8 Millionen Australische Dollar nicht einmal mehr die Hälfte des entsprechenden Vorjahreswertes (21,9 Millionen Australische Dollar).

Unter dem Strich stand daher ein deutlich höherer Nettoverlust als in der ersten Hälfte des Vorjahres: Der Fehlbetrag wuchs um 41,5 Prozent von 13,0 auf 18,4 Millionen Australische Dollar (11,7 Millionen Euro). Bereinigt um Sondereffekte und aufgegebene Geschäftsbereiche stieg er sogar um 78,0 Prozent auf 16,2 Millionen Australische Dollar.

Das Management setzt weiter auf die Übernahme durch den US-Konkurrenten Boardriders

Angesichts der tiefroten Zahlen bekräftigte das Management noch einmal seine Unterstützung für die im Januar angekündigte Übernahme durch den US-Konzern Boardriders, zu dem unter anderem das Sportswear-Label Quiksilver gehört. Mit dem Verkauf ihrer Anteile im Rahmen des vorliegenden Kaufangebots würden die Aktionäre dazu beitragen, „ernsthafte anhaltende Risiken und Unsicherheiten im Zusammenhang mit den Geschäften von Billabong zu vermeiden“, erklärte Chairman Ian Pollard. Dabei handele es sich sowohl um „operative Risiken“ als auch um solche, die aus der Kapitalstruktur des Unternehmens und absehbaren Refinanzierungsbedürfnissen erwachsen würden.

Oaktree Capital Management, der Eigentümer von Boardriders, ist bereits Großaktionär von Billabong. Der Finanzinvestor hält derzeit 19,2 Prozent der Anteile. Den übrigen Anteilseignern bietet der US-Konzern nun einen Australischen Dollar pro Aktie. Der Gesamtwert von Billabong wird damit auf insgesamt 198 Millionen Australische Dollar (126 Millionen Euro) taxiert. „Sollte der Übernahmeplan nicht umgesetzt werden, sind Veränderungen bei der Kapitalstruktur, der Strategie und den Geschäften des Unternehmens notwendig“, warnte Pollard.

Foto: Billabong Facebook-Page
 

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