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Canada Goose: Quartalsverlust steigt auf 50 Millionen Kanadische Dollar

Von Jan Schroder

11. Aug. 2020

Business

Der Daunenjacken-Spezialist Canada Goose Holdings Inc. schreibt im Auftaktquartal eines jeden Geschäftsjahres rote Zahlen – zu sehr ist das Angebot des in Toronto beheimateten Unternehmens noch auf Kleidung für den Herbst und Winter ausgerichtet. In diesem Jahr fiel der Verlust im ersten Vierteljahr aufgrund empfindlicher Umsatzeinbußen infolge der Covid-19-Pandemie aber deutlich höher aus als im Vorjahreszeitraum. Das geht aus einem aktuellen Zwischenbericht hervor, den der Bekleidungsanbieter am Dienstag veröffentlichte.

Demnach belief sich der Konzernumsatz im ersten Quartal, das am 28. Juni abgeschlossen wurde, auf 26,1 Millionen Kanadische Dollar (16,7 Millionen Euro). Gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutete das einen Rückgang um 63,3 Prozent. Die Analysten hatten im Vorfeld allerdings einen noch dramatischeren Einbruch erwartet.

Der Verkauf von Schutzmasken und -kleidung bremst den Umsatzrutsch

Von den Auswirkungen der Corona-Krise waren alle Vertriebskanäle betroffen: Im eigenen Einzelhandel sanken die Erlöse um 72,9 Prozent auf 10,4 Millionen Kanadische Dollar. Anders als bei vielen anderen Bekleidungsanbietern konnte das Onlinegeschäft die negativen Folgen des wochenlangen Lockdowns auf den stationären Handel nicht mildern: Im E-Commerce erreichten die Umsätze lediglich das Niveau des Vorjahresquartals. Das Unternehmen begründete dies mit dem stark saisonbezogenen Sortiment der Marke, das in den Frühjahrs- und Sommermonaten generell nur eine vergleichsweise geringe Nachfrage findet.

Im Großhandelsgeschäft ging der Umsatz um 75,6 Prozent auf 8,7 Millionen Kanadische Dollar zurück, weil auch viele Handelspartner unter der Gesundheitskrise litten. Gebremst wurde der Umsatzrutsch durch den Verkauf von Schutzmasken und -kleidung, der im abgelaufenen Quartal für Erlöse in Höhe von 7,0 Millionen Kanadischen Dollar sorgte. Einen positiven Effekt auf das Ergebnis hatten diese Artikel allerdings nicht, weil Canada Goose sie zum Selbstkostenpreis anbot.

Auch für das zweite Quartal wird ein erheblicher Umsatzrückgang erwartet

So rutschte das Unternehmen tiefer in die roten Zahlen. Mit 59,3 Millionen Kanadischen Dollar fiel der operative Verlust mehr als doppelt so hoch aus wie im Vorjahresquartal, als er bei 27,5 Millionen Kanadischen Dollar gelegen hatte. Der Nettofehlbetrag wuchs um 70,4 Prozent auf 50,1 Millionen Kanadische Dollar (32,0 Millionen Euro). Dazu trugen neben dem hohen Umsatzrückgang auch Einmalbelastungen im Zuge der Corona-Krise bei. Bereinigt um Sondereffekte stieg der Quartalsverlust um 68,4 Prozent auf 38,4 Millionen Kanadische Dollar. Damit lag er deutlich über den Analystenprognosen.

Aufgrund der Unsicherheiten hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Pandemie verzichtet das Management weiterhin auf Prognosen für das Gesamtjahr. Es räumte aber ein, dass die Auswirkungen der Corona-Krise auch im zweiten Quartal die Geschäftesentwicklung belasteten. Die wiedereröffneten Läden hätten einen „langsamen Start“ erlebt, die Kundenfrequenzen seien weiterhin „merklich geringer“ als im Vorjahreszeitraum. So rechnet das Unternehmen auch für das laufende Quartal mit einem „erheblichen“ Umsatzrückgang. Die Vorbereitungen auf die bevorstehende Hauptverkaufszeit im Onlinegeschäft verliefen aber nach Plan, betonte Canada Goose.

Foto: Canada Goose