Diesel USA meldet Insolvenz an

Diesel USA Inc. hat am Dienstag die Eröffnung eines Verfahrens nach Kapitel 11 der US-amerikanischen Insolvenzordnung beantragt. Die Tochter des italienischen Denim-Anbieters Diesel SpA, die für das gesamte US-Geschäft der Marke zuständig ist, will mit dem Schritt die finanziellen Grundlagen für eine umfassende Neuausrichtung schaffen. Die Geschäfte sollen nach Angaben des Unternehmens während des Verfahrens unverändert weitergeführt werden.

Mark Samson, der Chief Restructuring Officer (CRO) von Diesel USA, begründete den Antrag in einer Stellungnahme für das zuständige Insolvenzgericht in Wilmington im Bundesstaat Delaware. Darin machte er eine verfehlte Expansionsstrategie der früheren Geschäftsführung bei gleichzeitig schwindender Nachfrage für die Entscheidung verantwortlich. „Seit 2014 sind die Umsätze steil eingebrochen, während die Schulden wuchsen“, erklärte Samson. Schuld seien vor allem zu teure, langfristige Mietverträge, die das damalige Management abgeschlossen habe, um die Marke nach der internationalen Finanzkrise als Premium-Label mit Standorten in besonders prestigeträchtigen Lagen zu etablieren.

Eine verfehlte Expansionsstrategie in den USA führte zu hohen Verlusten

Während dadurch hohe jährliche Fixkosten entstanden, brachen die Umsätze in den USA ein. Von 221 Millionen US-Dollar im Jahr 2011 sackten sie auf nur noch 104 Millionen US-Dollar im Jahr 2018 ab. Gleichzeitig fielen seit 2015 in jedem Jahr operative Verluste in zweistelliger Millionenhöhe an. Samsons Angaben zufolge beliefen sie sich allein im vergangenen Jahr auf 24 Millionen US-Dollar.

Im Rahmen des Kapitel-11-Verfahrens sieht das Unternehmen nun die Möglichkeit, verlustträchtige Mietverträge, die teilweise noch eine Laufzeit von mehreren Jahren haben, vorzeitig zu beenden und so die Grundlage für eine solidere Bilanzstruktur zu schaffen. Auf dieser Basis will sich das Unternehmen mit einem Restrukturierungskonzept, das dem Insolvenzgericht ebenfalls vorgelegt wurde, neu aufstellen. Es sieht neben der „Optimierung“ des Store-Portfolios den Ausbau des Online-Geschäfts und ein Marketingkonzept vor, mit dem die Marke neu positioniert und die Nachfrage gesteigert werden soll. Zudem plant das Unternehmen eine Änderung der Strategie im Großhandelsgeschäft. Nachdem sich das Label im Rahmen der verfehlten Exklusivitäts-Strategie von zahlreichen Handelspartnern getrennt hatte, soll das Wholesale-Volumen nun wieder kräftig gesteigert werden.

Foto: Diesel Facebook-Page
 

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