Gap sorgt im dritten Quartal für positive Überraschungen

Der US-amerikanische Bekleidungskonzern Gap Inc. hat sich im zurückliegenden Quartal besser geschlagen, als zuvor erwartet worden war. Umsatz und Gewinn fielen überraschend hoch aus. Daraufhin korrigierte das Unternehmen seine Jahresprognosen nach oben. Die Anleger honorierten die aktuellen Zahlen umgehend: Der Aktienkurs des Unternehmens machte nach der Veröffentlichung einen kräftigen Sprung.

In den Monaten August bis Oktober belief sich der Konzernumsatz auf 3,84 Milliarden US-Dollar (3,27 Milliarden Euro). Gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutete das eine Verbesserung um ein Prozent, obwohl der Konzern im Rahmen seines Sanierungsprogramms Filialen geschlossen hatte. Auf vergleichbarer Fläche stiegen die Erlöse sogar um drei Prozent und damit deutlich stärker, als Marktexperten im Vorfeld prognostiziert hatten.

Verantwortlich für den Umsatzzuwachs war wieder einmal die Marke Old Navy. Das preisgünstige Konzept im Konzernportfolio steigerte seine Erlöse um drei Prozent auf 1,76 Milliarden US-Dollar, Flächenbereinigt wuchs der Umsatz um vier Prozent. Fortschritte machte auch das lange kriselnde Label Gap. Zwar schrumpften seine Erlöse um rund ein Prozent auf 1,32 Milliarden US-Dollar, auf vergleichbarer Fläche stiegen sie aber um ein Prozent.

Umsatz und Gewinn übertrafen die Erwartungen

Die Premium-Marke Banana Republic, seit Jahren das größte Sorgenkind des Konzerns, konnte immerhin ihren Abwärtstrend bremsen. Dort sanken die Erlöse um vier Prozent (flächenbereinigt -1 Prozent) auf 557 Millionen US-Dollar. Der Gesamtumsatz der kleineren Konzepte stieg um rund 16 Prozent auf 201 Millionen US-Dollar. Hier machte sich der Zukauf von Weddington Way positiv bemerkbar. Gap hatte den Online-Shop für Hochzeitsmode Ende 2016 übernommen. Außerdem werden Athleta und Intermix in dieser Sparte geführt.

Trotz des Umsatzzuwaches ging der operative Gewinn gegenüber dem Vorjahresquartal um drei Prozent auf 378 Millionen US-Dollar zurück. Der Konzern begründete das mit höheren Marketingausgaben und Bonuszahlungen sowie Investitionen in die digitalen Angebote und Serviceverbesserungen. Unter dem Strich stand aufgrund niedrigerer Steuerlasten trotzdem ein höherer Überschuss: Der Nettogewinn wuchs um zwölf Prozent auf 229 Millionen US-Dollar (195 Millionen Euro). Der verwässerte Gewinn pro Aktie stieg von 0,51 auf 0,58 US-Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Analysten.

Konzernchef Peck sieht Fortschritte bei den internen Umbaumaßnahmen

„Wir haben weitere Fortschritte bei der Umsetzung unserer im September vorgestellten ausgewogenen Wachstumsstrategie gemacht“, erklärte Konzernchef Art Peck. Ziele des Maßnahmenpakets seien, die Effizienz der etablierten Marken zu steigern und gleichzeitig in zukunftsträchtigen Segmenten zu wachsen und die digitalen Angebote zu verbessern, so Peck. Auch mit den aktuellen Zahlen war er zufrieden: „Ich freue mich, dass wir im vierten Quartal in Folge ein Umsatzwachstum auf vergleichbarer Fläche melden konnten, was den anhaltenden Schwung in Schlüsselsegmenten des Konzerns widerspiegelt“, erklärte er.

Angesichts der vorliegenden Zahlen blickt das Management nun optimistischer in die nähere Zukunft. So wurden die Jahresprognosen angehoben: Jetzt rechnet der Konzern mit einem flächenbereinigten Umsatzwachstum um einen „niedrigen einstelligen Prozentsatz“. Zuvor hatte er mit gleichbleibenden oder nur leicht höheren Erlösen gerechnet. Für den um Sondereffekte bereinigten verwässerte Gewinn pro Aktie wurde der Zielkorridor auf 2,02 bis 2,10 US-Dollar angehoben. Bisher hatte er bei 1,95 bis 2,05 US-Dollar gelegen.

Gap, 3. Quartal 2017/18
Umsatz 3,84 Milliarden $
Nettogewinn 229 Millionen $

Foto: Old Navy Facebook-Page
 

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