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Hennes & Mauritz kann Halbjahresgewinn mehr als verdoppeln

Von Jan Schroder

29. Juni 2022

Business

Bild: Hennes & Mauritz AB

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen hat der schwedische Bekleidungshändler Hennes & Mauritz AB (H&M) in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2021/22 deutliche Zuwächse beim Umsatz und Ergebnis erzielt. Dabei profitierte der Mutterkonzern von Marken wie H&M, Cos, Monki, Weekday, & Other Stories und Arket vor allem von der Aufhebung fast aller Schutzmaßnahmen gegen die Covid-19-Pandemie, die im Vorjahreszeitraum die Geschäfte erheblich belastet hatten. Im am Mittwoch veröffentlichten Zwischenbericht warnte CEO Helena Helmersson aber vor den möglichen Folgen der derzeit ungewöhnlich hohen Inflation auf die weitere Entwicklung.

In den Monaten Dezember bis Mai erwirtschaftete der Einzelhändler einen Umsatz in Höhe von 103,7 Milliarden Schwedischen Kronen (9,70 Milliarden Euro). Damit übertraf er das Niveau des Vorjahreszeitraums um 20 Prozent. Bereinigt um Wechselkursveränderungen stiegen die Erlöse um 15 Prozent. Der operative Gewinn fiel mit 5,45 Milliarden Schwedischen Kronen fast exakt doppelt so hoch aus wie in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres. Das Nettoergebnis sprang sogar um 129,8 Prozent von 1,70 auf 3,90 Milliarden Schwedische Kronen (364,8 Millionen Euro).

Im zweiten Quartal übertreffen die Resultate die Markterwartungen

Zur deutlichen Verbesserung trugen kräftige Zuwächse im zweiten Quartal bei, mit denen der Konzern die Markterwartungen übertreffen konnte. Bereits vor zwei Wochen hatte Hennes & Mauritz verkündet, dass der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 17 Prozent (währungsbereinigt +12 Prozent) auf 54,5 Milliarden Schwedische Kronen gesteigert worden war. Gebremst wurde das Wachstum durch die vorläufige Einstellung der Aktivitäten in Russland, Belarus und der Ukraine aufgrund des Ukraine-Kriegs. Bereinigt um die Folgen dieser Maßnahme hätten die Erlöse im Zeitraum von März bis Mai das Vorjahresniveau währungsbereinigt um 17 Prozent übertroffen, erklärte der Konzern.

In den nordischen Ländern stieg der Quartalsumsatz um sieben Prozent (währungsbereinigt +5 Prozent) auf 5,06 Milliarden Schwedische Kronen, in Westeuropa um 22 Prozent (währungsbereinigt +18 Prozent) auf 18,5 Milliarden Schwedische Kronen und in Südeuropa um 36 Prozent (währungsbereinigt +39 Prozent) auf 6,88 Milliarden Schwedische Kronen. In Amerika konnte der Konzern seine Erlöse um 30 Prozent (währungsbereinigt +14 Prozent) auf 12,6 Milliarden Schwedische Kronen steigern, in Asien, Ozeanien und Afrika lag der Umsatz bei 7,39 Milliarden Schwedischen Kronen und damit um 14 Prozent (währungsbereinigt +5 Prozent) über dem Vorjahresniveau. Abwärts ging es lediglich in Osteuropa, wo die fehlenden Umsätze in Russland, Belarus und der Ukraine für einen Rückgang um 22 Prozent (währungsbereinigt -23 Prozent) auf 4,12 Milliarden Schwedische Kronen sorgten.

Sein Ergebnis konnte das Unternehmen überraschend deutlich verbessern. Der operative Gewinn wuchs gegenüber dem Vorjahresquartal um 29,5 Prozent auf 4,99 Milliarden Schwedische Kronen, der Nettogewinn legte sogar um 33,1 Prozent zu und erreichte eine Höhe von 3,68 Milliarden Schwedischen Kronen. CEO Helmersson begründete die kräftige Steigerung unter anderem mit der positiven Resonanz auf die aktuellen Kollektionen. Dank der starken Nachfrage seien mehr Produkte zum vollen Preis verkauft worden und geringere Rabatte nötig gewesen, erklärte sie.

Wachstumsdämpfer im Juni – CEO Helmersson warnt vor den Folgen der hohen Inflation

Die Konzernchefin warnte aber auch vor anhaltenden Widrigkeiten: „Obwohl die meisten Einschränkungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie im Wesentlichen vorüber zu sein scheinen, bleiben viele Herausforderungen bestehen. In der Lieferkette kommt es immer noch zu Unterbrechungen und Verzögerungen, die jedoch allmählich nachlassen. Gleichzeitig gibt es eine erhebliche Inflation“, erklärte Helmersson in einem Statement. Zudem verwies sie auf die Unsicherheiten bezüglich der weiteren Folgen des Ukraine-Kriegs.

Bereits in den vergangenen Wochen hatten sich die Probleme bemerkbar gemacht: Im Juni lag der Umsatz den vorliegenden Erkenntnissen zufolge währungsbereinigt um sechs Prozent unter dem Vorjahresniveau. Fünf Prozentpunkte des Rückgangs seien auf die fehlenden Erlöse in Russland, Belarus und der Ukraine zurückzuführen, erklärte der Konzern. Zudem verwies der Einzelhändler auf das sehr hohe Vergleichsniveau des Vorjahresmonats, in dem der Umsatz nach dem Wegfall von pandemiebedingten Einschränkungen in wichtigen Märkten um 24 Prozent gesteigert worden war.

Neben den aktuellen Zahlen verkündete das Unternehmen weitere Expansionsschritte, bei denen derzeit Lateinamerika eine große Rolle spielt, und den Start eines neuen Aktienrückkaufprogramms. In den kommenden Monaten will der Konzern demnach eigene Anteilsscheine im Gesamtwert von bis zu drei Milliarden Schwedischen Kronen erwerben.

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