Jahresprognosen gesenkt: Uniqlo-Mutter Fast Retailing erwartet Gewinneinbruch um fast fünfzig Prozent

Die Folgen der Covid-19-Pandemie haben den japanischen Handelskonzern Fast Retailing Co. Ltd. schwerer getroffen als ursprünglich gedacht. Am Freitag musste die Muttergesellschaft der Bekleidungskette Uniqlo ihre Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr 2019/20 ein weiteres Mal zurückschrauben. Das Unternehmen rechnet nun mit noch höheren Einbußen beim Umsatz und Gewinn. Grundlage der neuen Prognosen waren die aktuellen Neunmonatszahlen.

Demnach belief sich der Konzernumsatz im Zeitraum vom September 2019 bis zum Mai 2020 auf 1,54 Billionen Japanische Yen (12,8 Milliarden Euro). Damit lag er um 15,2 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahresniveau. Vor allem im dritten Quartal machten sich die Folgen der Corona-Krise bemerkbar: Angesichts der Ladenschließungen in vielen wichtigen Märkten schrumpften die Erlöse um 39,4 Prozent auf 336,4 Milliarden Japanische Yen.

Die Corona-Krise sorgt für rote Zahlen im dritten Quartal

Im Segment Uniqlo Japan lag der Umsatz nach neun Monaten bei 598,8 Milliarden Japanischen Yen, was einem Rückgang um 14,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprach. In der Sparte Uniqlo International sanken die Erlöse um 17,9 Prozent auf 673,5 Milliarden Japanische Yen. Das Label GU konnte seinen Umsatz um 1,1 Prozent auf 187,4 Milliarden Japanische Yen steigern, die übrigen Konzernmarken kamen zusammen auf 83,3 Milliarden Japanische Yen (-26,7 Prozent).

Die empfindlichen Umsatzeinbußen und negative Sondereffekte ließen den Gewinn abrutschen. So schrumpfte das operative Ergebnis des Konzerns um 46,6 Prozent auf 132,3 Milliarden Japanische Yen. Der auf die Anteilseigner entfallende Nettogewinn lag nach neun Monaten bei 90,6 Milliarden Japanischen Yen (748 Millionen Euro) und damit um 42,9 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahresniveau. Im dritten Quartal musste die Unternehmensgruppe sogar einen Verlust in Höhe von 9,8 Milliarden Japanischen Yen verbuchen.

Der Jahresumsatz wird voraussichtlich um 13 Prozent sinken

Obwohl sich die Geschäfte in Japan und China nach Angaben des Konzerns zuletzt „schneller als erwartet“ erholten, korrigierte das Unternehmen seine bereits im April gesenkten Jahresprognosen erneut nach unten. Für das im August endende Geschäftsjahr rechnet es nun mit einem Umsatzrückgang um 13,1 Prozent auf 1,99 Billionen Japanische Yen. Zuvor waren 2,09 Billionen Japanische Yen erwartet worden.

Aufgrund von Wertberichtigungen infolge der Covid-19-Pandemie rechnet das Management nun außerdem mit einem deutlicheren Gewinneinbruch: Die aktualisierte Prognose stellt lediglich einen auf die Anteilseigner entfallenden Überschuss in Höhe von 85,0 Milliarden Japanischen Yen in Aussicht, was einen Rückgang um 47,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeuten würde. Im April hatte Fast Retailing noch einen Nettogewinn von 100,0 Milliarden Japanischen Yen erwartet. Im Geschäftsjahr 2018/19 war ein Konzernergebnis in Höhe von 162,5 Milliarden Japanischen Yen erzielt worden.

Foto: Fast Retailing Co. Ltd.

 

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