Ludwig Beck: Lockdown lässt Halbjahresumsatz einbrechen

Die Schutzmaßnahmen gegen die Covid-19-Pandemie haben dem Münchener Einzelhändler Ludwig Beck im ersten Halbjahr 2020 schwer zu schaffen gemacht: Der Umsatz brach ein, der Verlust wuchs deutlich. Das geht aus einem Zwischenbericht hervor, den das Unternehmen am Donnerstag vorlegte.

Demnach belief sich der Bruttoumsatz in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres auf 24,8 Millionen Euro. Er lag damit um 39,5 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahresniveau. Das Unternehmen begründete die Entwicklung mit dem staatlich angeordneten Lockdown. So war das Stammhaus am Münchener Marienplatz, in dem Ludwig Beck den weitaus größten Teil seiner Erlöse erwirtschaftet, vom 18. März bis zum 11. Mai geschlossen.

Obwohl der Einzelhändler durch die Einführung von Kurzarbeit die Personalkosten senken konnte, rutschte es aufgrund der hohen Umsatzeinbußen tief in die roten Zahlen. Der Fehlbetrag vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich auf 4,0 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Betriebsgewinn in Höhe von 0,4 Millionen Euro erzielt worden war. Der Nettoverlust aus fortgeführten Geschäftsbereichen wuchs von 0,2 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2019 auf nunmehr 3,3 Millionen Euro. Nach eigenen Angaben verbuchte das Unternehmen im Berichtszeitraum einen latenten Steuerertrag in Höhe von 1,8 Millionen Euro.

Der Vorstand hält an seinen Jahresprognosen fest

Angesichts der Tatsache, dass sich „die Lage rund um den Handel langsam wieder normalisiert“, bestätigte der Vorstand seine Mitte Juni veröffentlichten Prognosen für das gesamte Geschäftsjahr. Er rechnet demnach für 2020 weiterhin mit einem Bruttoumsatz im Bereich von 63,0 bis 70,0 Millionen Euro auf Konzernebene. Im vergangenen Jahr hatten die Erlöse noch eine Höhe von 95,3 Millionen Euro erreicht. Der Verlust vor Steuern (EBT) wird voraussichtlich bei -3,0 bis -5,0 Millionen Euro liegen, nachdem 2019 ein Vorsteuergewinn von 4,6 Millionen Euro erzielt worden war.

„Diese Zahlen basieren auf der Annahme, dass es zu keinen weiteren Verschärfungen der behördlichen Anordnungen im Zusammenhang mit dem ‚Corona-Virus‘ kommt“, betonte der Einzelhändler in einer Mitteilung. Er verwies zudem darauf, dass „für den Standort München aber auch für Ludwig Beck als Trachtenhändler die Absage des Oktoberfestes und die damit verbundenen Umsatzausfälle eine große Herausforderung darstellen“.

Foto: Ludwig Beck AG

 

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