Ludwig Beck verkauft Wormland

Der Münchener Handelskonzern Ludwig Beck trennt sich von seiner Tochter Wormland. Am Montag teilte das Unternehmen mit, dass der Herrenmodeanbieter an die WL Erwerbs GmbH verkauft wird, deren Eigentümer drei Wormland-Manager sind. Ein entsprechender Vertrag sei bereits unterzeichnet worden, erklärte Ludwig Beck. Der Käufer erhalte Wormland „frei von Bankverbindlichkeiten und mit einer Verkäuferzuzahlung von circa 7,5 Millionen Euro“. Die Transaktion soll am 30. April vollzogen werden.

Ludwig Beck hatte den Verkaufsprozess Ende Januar eingeleitet und daraufhin „Angebote mehrerer Interessenten“ erhalten. Mit der Entscheidung für den Management-Buy-out sei letztlich eine angemessene Lösung gefunden worden: „Für die Mitarbeiter von Wormland und die gewachsene Identität des Unternehmens ist die Wahl des Käufers als sehr geeignet zu bewerten“, erklärte der Konzern. Die Konditionen des Verkaufes böten eine „stabile Basis, auf der die weitere Restrukturierung von Wormland fortgesetzt werden kann, um das Traditionshaus auf seinen früheren Erfolgsweg zurückzuführen“.

Durch die Trennung rutscht Ludwig Beck in die Verlustzone

Ludwig Beck will sich nach der Trennung nun wieder ganz auf das traditionelle Kerngeschäft konzentrieren, zu dem neben dem Stammhaus am Münchener Marienplatz eine Kosmetik-Filiale im nahegelegenen Einkaufszentrum „Fünf Höfe“ und der Online-Shop gehören. „Mit der Fokussierung gewinnen wir zusätzlich an Durchsetzungskraft im anhaltenden Verdrängungswettbewerb des Modehandels“, erläuterte Vorstand Dieter Münch in einer Mitteilung.

Erst einmal hat der Verkauf naturgemäß gravierende Auswirkungen auf die Prognosen von Ludwig Beck für das laufende Geschäftsjahr. Der Vorstand rechnet nun mit einem Umsatz im Bereich von 114 bis 119 Millionen Euro. Bislang waren einschließlich des Umsatzbeitrags von Wormland 165 bis 170 Millionen Euro erwartet worden.

Zudem werden die Kosten des Verkaufs den Konzern in die roten Zahlen drücken: Der Verlust vor Steuern wird voraussichtlich zwischen zwölf und 13 Millionen Euro liegen. Zuvor hatte der Vorstand einen Vorsteuergewinn im Bereich von 1,5 bis 2,5 Millionen Euro erwartet. Mit der Ausschüttung einer Dividende für 2019 könne daher „nicht gerechnet werden“, erklärte das Unternehmen.

Foto: Ludwig Beck AG
 

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