LVMH: Corona-Krise lässt Halbjahresumsatz und Gewinn einbrechen

Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie haben den jahrelangen Höhenflug des französischen Luxusgüteranbieters Moët Hennessy Louis Vuitton (LVMH) jäh gestoppt. Aufgrund der Beschränkungen im internationalen Reiseverkehr und der erzwungenen Ladenschließungen in wichtigen Märkten lagen Umsatz und Gewinn in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2020 deutlich unter dem entsprechenden Vorjahresniveau. Trotz der empfindlichen Einbußen habe sich das Unternehmen angesichts der außergewöhnlichen Umstände aber „standhaft“ gezeigt, betonte der Konzern am Montagabend.

Mit 18,4 Milliarden Euro lag der Halbjahresumsatz um 27 Prozent unter dem Vorjahreswert. Organisch, also bereinigt um Währungseffekte und Veränderungen der Konzernstruktur, schrumpften die Erlöse um 28 Prozent. Alle Segmente mussten deutliche Rückschläge hinnehmen. So sank der Umsatz in der Sparte Mode und Lederwaren um 23 Prozent (organisch -24 Prozent) auf knapp 8,0 Milliarden Euro.

Im Retail-Bereich, zu dem die Konzepte Sephora und DFS gehören, ging er um 32 Prozent (organisch -33 Prozent) auf 4,8 Milliarden Euro zurück. Die Erlöse mit Parfüm und Kosmetik schrumpften um 29 Prozent (organisch -29 Prozent) auf 2,3 Milliarden Euro, mit Wein und Spirituosen um 20 Prozent (organisch -23 Prozent) auf 2,0 Milliarden Euro und mit Uhren und Schmuck um 38 Prozent (währungsbereinigt -39 Prozent) auf 1,3 Milliarden Euro.

Der Nettogewinn des weltgrößten Luxusgüterkonzerns sinkt um 84 Prozent

Die hohen Umsatzeinbußen ließen auch das Ergebnis einbrechen: Der operative Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen sank um 68 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Der auf die Anteilseigner entfallende Halbjahresüberschuss sackte sogar um 84 Prozent auf 522 Millionen Euro ab.

Konzernchef Bernard Arnault konnte den Resultaten aber positive Aspekte abgewinnen. „LVMH hat angesichts der schweren Gesundheitskrise, die die Welt in der ersten Hälfte des Jahres 2020 erlebte, außerordentliche Widerstandskraft bewiesen“, erklärte er in einer Mitteilung. Zudem habe das Unternehmen seit Juni „starke Anzeichen eines Aufschwungs“ beobachtet. Im Schlüsselmarkt China hätten sich die Geschäfte bereits im zweiten Quartal „kräftig erholt“. Trotz dieser ermutigenden Signale bleibe das Management aber „äußerst wachsam“, was den Rest des Jahres angeht.

Angesichts der fortbestehenden Unsicherheiten verzichtete LVMH auf konkrete Prognosen, äußerte aber die Hoffnung auf eine „schrittweise Erholung“ im Laufe des zweiten Halbjahres. Dank der „Stärke seiner Marken“ und der „Reaktionsfähigkeit der Organisation“ befinde sich der Konzern in einer „exzellenten Position“, um von einem möglichen Aufschwung zu profitieren, betonte Arnault.

Foto: Louis Vuitton Facebook-Page

 

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