Miller & Monroe Deutschland beantragt Insolvenz

Die deutsche Muttergesellschaft hinter der Bekleidungskette Miller & Monroe meldet Insolvenz an. Erst vor knapp einem Jahr wurden die ehemaligen Charles Vögele Filialen übernommen und in das Ladenkonzept Miller & Monroe umgewandelt.

Die deutsche Muttergesellschaft Vidrea Deutschland Gmbh habe Insolvenz beantragt, weil sie die Forderungen der Gläubiger gegenüber dem Vorgängerunternehmen Charles Vögele nicht begleichen wolle, sagte ein Sprecher des Eigentümers Victory & Dreams Holding aus dem niederländischen Breukelen telefonisch gegenüber FashionUnited am Dienstag. Das Amtsgericht Hechingen hat den Stuttgarter Rechtsanwalt Jochen Sedlitz zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

Filialen bleiben vorerst geöffnet

Die Vidrea Deutschland Gmbh mit Sitz in Sigmaringen gehört zum niederländischen Unternehmen Victory & Dreams Holding, das in den vergangenen Jahren mehrere ehemalige Filialen der insolventen Schweizer Bekleidungskette Charles Vögele in den Niederlanden, Deutschland und zuletzt Österreich übernommen und in das Ladenkonzept Miller & Monroe umgewandelt hat. Im März vergangenen Jahres erwarb Miller & Monroe 200 deutsche Filialen von Charles Vögele, von denen es mittlerweile laut Insolvenzverwalter noch 163 Filialen betreibt. Der Verkäufer war Sempione Retail, ein Konsortium unter der Führung des italienischen Handelskonzern OVS Spa.

Der Geschäftsbetrieb in Deutschland soll fortgeführt werden, sagte Lex (Alexander) Hes, Geschäftsführer der Victory & Dreams Holding in der Mitteilung des Insolvenzverwalters. Die wirtschaftliche Lage der vormaligen Charles Vögele GmbH, zu welcher auch die deutschen Filialen gehörten, sei bei der Übernahme durch die Victory & Dreams Gruppe deutlich schlechter als dargestellt gewesen. Laut Hes sei die Insolvenz auch notwendig geworden, weil “wichtige finanzielle Zusagen” des Verkäufers Sempione durch die Insolvenz der Vögele Gruppe letztes Jahr nicht eingehalten wurden.

Das Konzept Miller & Monroe ist "tragfähig"

„Das Konzept Miller & Monroe ist gut und tragfähig. Wir sehen das auch in unseren Filialen außerhalb Deutschlands und aus dem zurückliegenden Jahr”, sagte Lex Hes weiter. Insolvenzverwalter Sedlitz will nun gemeinsam mit der Geschäftsführung um Hes eine Analyse des Geschäftsbetriebs und der Insolvenzgründe durchführen. Ziel sei ein Sanierungskonzept, das möglichst viele Arbeitsplätze und Standorte erhält. „Wir werden uns schnellstmöglich einen Überblick verschaffen und den Geschäftsbetrieb stabilisieren.“, sagte Sedlitz in der Mitteilung. Im Rahmen des Insolvenzverfahrens seien die Löhne der Mitarbeiter bis Juni gesichert.

Zuvor hatte die Wirtschaftswoche über den Insolvenzantrag berichtet und davon, dass Lieferanten und Vermieter vor Wochen schon über Zahlungsprobleme geklagt haben.

Foto: Miller & Monroe

 

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