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Preisabsprachen bei Fußballtrikots: JD Sports droht die nächste Strafe

Von Jan Schroder

7. Juni 2022

Business

Bild: JD Sports

Der britische Handelskonzern JD Sports Fashion Plc hat erneut Ärger mit den britischen Wettbewerbshütern. Am Dienstag verkündete die Competition and Markets Authority (CMA), dass sie nach gegenwärtigen Erkenntnissen von verbotenen Preisabsprachen zwischen der Handelskette JD Sports, dem Vermarktungsunternehmen Elite Sports Group Limited, das inzwischen als LBJ Sports Apparel Limited firmiert, und dem in Glasgow beheimateten Rangers Football Club in den Jahren 2018 und 2019 ausgehe.

Einer Pressemitteilung der CMA zufolge geht es konkret um eine Vereinbarung der drei beteiligten Unternehmen, Rangers-Trikots und weitere Markenprodukte des Fußballvereins zu einheitlichen Preisen anzubieten. JD Sports hatte die Artikel demnach zuvor deutlich günstiger verkauft als die von Elite betriebenen Fanshops des Clubs, nach der Absprache die Preise aber entsprechend angehoben. Die CMA erklärte, dass die Beteiligten nun mit Geldstrafen rechnen müssten. Elite und JD Sports hätten die „Kartellaktivitäten“ im Laufe der Ermittlungen eingestanden und würden daher Strafmilderungen erhalten.

JD Sports erklärte in einer Stellungnahme, von den Wettbewerbshütern über die Untersuchungsergebnisse und die Strafankündigung informiert worden zu sein. Der Einzelhändler hob aber den vorläufigen Charakter der Vorwürfe hervor und erklärte, die vorliegenden Erkenntnisse nun mit seinen Beratern zu prüfen. Gleichzeitig gab das Unternehmen bekannt, dass es Rückstellungen in Höhe von etwa zwei Millionen Britischen Pfund (2,3 Millionen Euro) gebildet habe, um mögliche Strafzahlungen zu begleichen.

Der Einzelhändler befindet sich schon seit Längerem im Konflikt mit der CMA. Das Gremium untersagte dem Konzern die im Jahr 2019 vereinbarte Übernahme der Handelskette Footasylum und verhängte Anfang des Jahres eine Millionenstrafe wegen verbotener Absprachen zwischen den beiden Unternehmen, an denen der langjährige Konzernchef Peter Cowgill den vorliegenden Erkenntnissen zufolge persönlich beteiligt war. In dessen Zeit an der Spitze von JD Sports fallen auch die nun erhobenen Vorwürfe.

Die anhaltende Kritik an Cowgills Geschäftsgebaren hatte inzwischen Konsequenzen: Im Anschluss an interne Untersuchungen reformierte der Konzern kürzlich seine Führungsstruktur, um größere Transparenz zu gewährleisten, gleichzeitig erklärte Cowgill seinen sofortigen Rücktritt.

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