Puma und Adidas schließen sich Modemarken an, die Facebook-Werbung boykottieren

Die beiden deutschen Sportartikelhersteller Adidas und Puma sagten am Dienstag, dass sie sich im Juli einem wachsenden Werbeboykott gegen Facebook und Instagram aufgrund von Hassreden anschließen und damit großen Konsumgüterherstellern wie Levi's und Coca-Cola folgen würden.

„Puma wird sich den ganzen Juli über an der #StopHateForProfit-Kampagne beteiligen“, sagte eine Sprecherin des Unternehmens gegenüber AFP und nannte einen Social-Media-Hashtag, der von Aktivisten für soziale Gerechtigkeit organisiert und von einigen Unternehmen aufgegriffen wurde. Puma sei „Teil der allgemeinen Bemühungen, positive Veränderungen und Verbesserungen auf Facebooks Plattform zu schaffen, indem die Entfernung ungenauer, feindseliger oder schädigender Gespräche gefordert wird“, fügte sie hinzu.

Ohne auf den Hashtag einzugehen, sagte ein Sprecher des Konkurrenten aus Pumas Heimatstadt, Adidas, das Unternehmen werde „Kriterien für den Aufbau einer kosmopolitischen und sicheren Umgebung entwickeln und aufrechterhalten, die für uns und unsere Partner“ während einer Facebook-Werbepause gelten, die auch die US-Tochter Reebok umfasse. „Rassismus, Diskriminierung und hasserfüllte Kommentare sollten weder in unserem Unternehmen noch in unserer Gesellschaft Platz haben“, fügte er hinzu.

Facebooks Aktien holten am Montag einige der 50 Milliarden US-Dollar (gut 44 Milliarden Euro) an Marktwert zurück, die sie verloren hatten, als der Werbeboykott in der vergangenen Woche an Fahrt gewann.

200 Unternehmen schließen sich gegen Facebook zusammen

Rund 200 Unternehmen, darunter Giganten wie Starbucks und Unilever, folgten dem Aufruf von US-Bürgerrechtsgruppen wie der NAACP und der Anti-Defamation League und inszenierten den Boykott im Juli. Die Bewegung gegen Online-Hassreden hat nach dem Tod von George Floyd am 25. Mai durch einen weißen Polizisten in Minneapolis an Fahrt gewonnen.

Am Freitag hatte Facebook angekündigt, es werde eine „breitere Kategorie hasserfüllter Inhalte“ in Anzeigen verbieten und Beiträge, die „nachrichtenwürdig“ seien, aber gegen die Plattformregeln verstießen, mit Tags versehen - in Anlehnung an Twitter, das solche Labels in Tweets von US-Präsident Donald Trump verwendet hat.

Experten haben jedoch auf die massive Werbekundenbasis des sozialen Netzwerks hingewiesen, die sich aus kleinen und mittleren Unternehmen zusammensetzt, die weltweit über 2,6 Milliarden Nutzern nachjagen und möglicherweise die Auswirkungen von Boykotten großer Werbekunden begrenzen.

Adidas selbst ist im Visier der globalen Antidiskriminierungsbewegung. Anfang Juni wies die Marke mit den drei Streifen Behauptungen von Mitarbeitern zurück, sie tue nicht genug zur Bekämpfung von Rassismus, nachdem ihre inzwischen zurückgetretene Personalchefin im vergangenen Jahr solche Beschwerden als „Lärm“ abgetan hatte, der nur in den USA diskutiert werde (AFP).

Dieser übersetzte Beitrag erschien zuvor auf Fashionunited.uk. Übersetzung und Bearbeitung: Simone Preuss.

Foto: Adidas Pressroom

 

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