Ralph Lauren: Schwaches US-Geschäft lässt Quartalsumsatz abrutschen

Der US-amerikanische Modekonzern Ralph Lauren Corporation ist im dritten Quartal 2017/18 tief in die Verlustzone gerutscht. Schuld daran waren Einmalbelastungen infolge der jüngsten Steuerreformen in den USA. Aufgrund rückläufiger Erlöse auf dem Heimatmarkt lag auch der Umsatz unter dem Vorjahresniveau.

CEO Patrice Louvet zeigte sich mit den vorgelegten Zahlen trotzdem zufrieden. „Durch die konsequente Umsetzung unserer Schlüsselinitiativen im Weihnachtsgeschäft haben wir Resultate vorgelegt, die besser waren als erwartet“, erklärte er in einer Mitteilung. So habe das Unternehmen Preisnachlässe eingeschränkt und die „Qualität der Umsätze“ verbessert.

Zuwächse in Asien und Europa können Rückgang in Nordamerika nicht ausgleichen

Neben der allgemein schwachen Nachfrage in den USA führten diese strategischen Maßnahmen zu einem Umsatzrückgang. In den Monaten Oktober bis Dezember beliefen sich die Nettoerlöse des Konzerns auf 1,64 Milliarden US-Dollar (1,32 Milliarden Euro). Damit lagen sie um vier Prozent unter dem Niveau des Vorjahresquartals. Bereinigt um Wechselkursveränderungen schrumpften sie um sechs Prozent. Die Entwicklung lag im Rahmen der Erwartungen: Der Konzern hatte einen währungsbereinigten Rückgang um sechs bis acht Prozent prognostiziert.

Deutlich abwärts ging es in den Nordamerika. Dort sank der Umsatz um elf Prozent auf 886,4 Millionen US-Dollar. Sowohl im Großhandelsgeschäft als auch im eigenen Einzelhandel waren die Erlöse rückläufig. Das Unternehmen führte Restrukturierungsmaßnahmen und die gedämpfte Kauflaune als Gründe an. Auf vergleichbarer Fläche ging der Retail-Umsatz währungsbereinigt um zehn Prozent zurück.

In Europa profitierte Ralph Lauren von Wechselkursveränderungen. Der Umsatz stieg um acht Prozent auf 378,5 Millionen US-Dollar. Währungsbereinigt erreichte er das Vorjahresniveau. Die Einzelhandelserlöse sanken währungs- und flächenbereinigt um acht Prozent. Solide Zuwächse verbuchte das Unternehmen in Asien: Dort wuchs der Umsatz um sieben Prozent auf 251,0 Millionen US-Dollar. Wechselkursveränderungen spielten keine Rolle. In der Region konnte das Modehaus sowohl im Groß- als auch im Einzelhandel zulegen. Auf vergleichbarer Fläche stiegen die Retail-Erlöse währungsbereinigt um drei Prozent.

Folgen der US-Steuerreform sorgen für einen hohen Quartalsverlust

Beim operativen Ergebnis machte Ralph Lauren deutliche Fortschritte. Eine höhere Bruttomarge, positive Währungseffekte und niedrigere Restrukturierungskosten sorgten dafür, dass der Betriebsgewinn gegenüber dem Vorjahresquartal um 47 Prozent auf 189,2 Millionen US-Dollar stieg. Bereinigt um Einmaleffekte sank der operative Gewinn nach Angaben der Konzerns allerdings um ein Prozent auf 216 Millionen US-Dollar.

Unter dem Strich standen tiefrote Zahlen. Das lag vor allem an den Folgen der Steuerreform in den USA. Diese führte im dritten Quartal zu einer einmaligen Mehrbelastung in Höhe von 231 Millionen US-Dollar. So musste Ralph Lauren einen Nettoverlust von 81,8 Millionen US-Dollar (65,6 Millionen Euro) verbuchen. Im Vorjahr war noch ein Quartalsüberschuss von 81,3 Millionen US-Dollar erzielt worden. Bereinigt um Restrukturierungskosten und die steuerlichen Sonderbelastungen lag der Nettogewinn im jüngsten Quartal bei 167 Millionen US-Dollar.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2017/18 rechnet die Konzernführung weiterhin mit einem währungsbereinigten Umsatzrückgang um acht bis neun Prozent. Allerdings erwartet sie nun günstigere Wechselkurseffekte. Die Investitionssumme soll nicht so hoch ausfallen wie bisher geplant. Sie wird voraussichtlich nur 200 Millionen US-Dollar statt der zuvor veranschlagten 225 Millionen US-Dollar erreichen. Das Unternehmen begründete die Veränderung mit der Verschiebung einiger Investitionen ins kommende Geschäftsjahr.

Foto: Ralph Lauren Facebook-Page
 

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