Tom Tailor: Kreditgeber lehnen Bonita-Verkauf ab

Die angeschlagene Hamburger Modekette Tom Tailor stößt auf Hindernisse beim geplanten Verkauf der kriselnden Tochterfirma Bonita. Die Konsortialbanken hätten das Unternehmen darüber informiert, "dass es derzeit keine ausreichende Mehrheit für die Zustimmung" zu dem Verkauf gebe", teilte Tom Tailor am Freitag mit. Der Vorstand bemühe sich weiter um grünes Licht, gehe aber derzeit davon aus, dass die Erteilung einer Zustimmung unwahrscheinlich sei. Es würden daher "sämtliche strategische Alternativen" geprüft.

„Wir sind sehr enttäuscht über diese Entwicklung. Zum einen, da der Verkauf von Bonita trotz aller Bemühungen nicht zum Abschluss kommt. Zum anderen, weil wir dies nach wie vor als beste Option betrachten“, sagte Heiko Schäfer, Geschäftsführer der Tom Tailor Holding SE, in der Mitteilung am Freitag. „Der Vorstand wird daher weiterhin mit Hochdruck an einer zufriedenstellenden Lösung für alle Beteiligten arbeiten und die Restrukturierung von Bonita weiter konsequent vorantreiben.“

Keine Finanzierungslösung in Sicht

Im März hatte sich Tom Tailor mit der niederländischen Victory & Dreams International Holding auf einen Verkauf von Bonita geeinigt. Zum Verkaufspreis wurden keine Angaben gemacht. Tom Tailor hatte Bonita 2012 übernommen. Das Unternehmen, das auf Mode für Frauen ab 50 spezialisiert ist, verlor zuletzt aber fortlaufend Umsatz.

Tom Tailor informiert außerdem darüber, dass die finanzielle Zukunft des Unternehmens weiter unsicher sei: Die stockenden Verhandlungen mit den Konsortialbanken über die Anpassung des Kreditvertrags sowie mit dem Großaktionär Fosun über dessen Finanzierungsbeitrag dauerten weiter an.

Am Dienstag hatte Tom Tailor den Rücktritt des Aufsichtsratsvorsitzenden Thomas Tochtermann bis spätestens Ende Juni angekündigt. Tochtermann soll demnach von einer Vertreterin des chinesischen Anteilseigners Fosun abgelöst werden. Fosun ist ein Industrie- und Handelskonglomerat mit Zentrale in Hongkong, das seinen Anteil an Tom Tailor im Februar von knapp 29 Prozent auf gut 35 Prozent erhöht hatte. Anschließend legten die Chinesen ein Übernahmeangebot vor, über dessen Annahme noch nicht entschieden ist. (FashionUnited/dpa)

Foto: Tom Tailor

 

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