Under Armour meldet Jahresverlust von fast 550 Millionen US-Dollar

Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und hohe Sonderbelastungen im Zuge der laufenden Restrukturierungsmaßnahmen haben den US-amerikanischen Sportartikelanbieter Under Armour Inc. im Geschäftsjahr 2020 tief in die Verlustzone rutschen lassen. Im neuen Jahr soll es nun aber wieder aufwärts gehen.

Am Mittwoch meldete das Unternehmen unter Berufung auf vorläufige Zahlen, dass sich der Umsatz im vergangenen Jahr auf 4,47 Milliarden US-Dollar belaufen habe (3,69 Milliarden Euro). Damit lag er trotz hoher Zuwächse im eigenen E-Commerce (+40 Prozent) um 15,0 Prozent unter dem Niveau von 2019. Besonders empfindlich fielen die Einbußen in Nordamerika aus, wo Under Armour nach wie vor den Großteil seiner Erlöse erwirtschaftet: Dort musste der Sportartikler einen Rückgang um 19,5 Prozent auf 2,94 Milliarden US-Dollar hinnehmen. In Lateinamerika sah es nicht wesentlich besser aus: Der Umsatz schrumpfte um 16,0 Prozent auf 164,8 Millionen US-Dollar.

Restrukturierungskosten und Wertberichtigungen in Höhe von über 600 Millionen US-Dollar belasten das Ergebnis

Im Rest der Welt hielten sich die Rückgänge in Grenzen: In der Region EMEA, die Europa, den Nahen Osten und Afrika umfasst, sanken die Erlöse um 3,7 Prozent auf 598,3 Millionen US-Dollar, im asiatisch-pazifischen Raum gingen sie um 1,2 Prozent auf 628,6 Millionen US-Dollar zurück. Der globale Umsatz der Connected-Fitness-Sparte lag bei 135,8 Millionen US-Dollar und damit nur um 0,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Neben dem Umsatzrückgang belasteten hohe negative Sondereffekte das Ergebnis. Das Unternehmen bezifferte die im Laufe des Jahres angefallenen Restrukturierungskosten und Wertberichtigungen auf insgesamt 601,6 Millionen US-Dollar. Trotz geringerer Betriebskosten musste Under Armour daher einen operativen Verlust von 613,4 Millionen US-Dollar ausweisen. Unter dem Strich stand ein Nettofehlbetrag in Höhe von 549,2 Millionen US-Dollar (452,6 Millionen Euro), nachdem der Sportartikler im Jahr 2019 noch einen Überschuss von 92,1 Millionen US-Dollar erzielt hatte. Der verwässerte Verlust pro Aktie lag bei 1,21 US-Dollar. Bereinigt um Sondereffekte belief sich der Nettoverlust nach Angaben des Unternehmens im abgelaufenen Jahr auf 120 Millionen US-Dollar.

Im laufenden Jahr will der Sportartikler seinen Umsatz steigern und den Verlust verringern

Im vierten Quartal konnte Under Armour immerhin die eigenen Erwartungen übertreffen und wieder schwarze Zahlen schreiben: Der Umsatz lag in den Monaten Oktober bis Dezember bei 1,40 Milliarden US-Dollar und damit nur um 2,6 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Zudem wurde ein Überschuss in Höhe von 184,5 Millionen US-Dollar erwirtschaftet. Im Schlussquartal des vorherigen Jahres hatte das Unternehmen einen Nettoverlust von 15,3 Millionen US-Dollar verbucht.

Anders als viele Konkurrenten gab Under Armour trotz der anhaltenden Unsicherheiten aufgrund der Corona-Krise Prognosen für das laufende Geschäftsjahr 2021 ab. Das Management erwartet demnach ein Umsatzwachstum um einen hohen einstelligen Prozentsatz. Beim operativen Ergebnis liegt der Zielkorridor bei fünf bis 25 Millionen US-Dollar, bereinigt um Restrukturierungskosten soll der Betriebsgewinn 130 bis 150 Millionen US-Dollar erreichen. Allerdings rechnet das Unternehmen aufgrund der Sonderbelastungen erneut mit roten Zahlen: Mit 0,18 bis 0,22 US-Dollar soll der Verlust pro Aktie aber deutlich geringer ausfallen als im vergangenen Jahr. Bereinigt um Einmaleffekte würde das einen Gewinn pro Aktie zwischen 0,12 und 0,14 US-Dollar bedeuten.

Foto: Under Armour Facebook-Page

 

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