VF Corporation: Quartalsverlust kleiner als befürchtet

Der US-amerikanische Bekleidungskonzern VF Corporation hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020/21 fast die Hälfte seines Umsatzes eingebüßt. Zudem sorgten die Folgen der Covid-19-Pandemie für tiefrote Zahlen. Insgesamt fielen die aktuellen Resultate, die das Unternehmen am Freitag vorlegte, aber nicht so schlecht aus, wie Analysten im Vorfeld prognostiziert hatten.

In den Monaten April bis Juni belief sich der Konzernumsatz auf 1,08 Milliarden US-Dollar (914,8 Millionen Euro). Damit lag er um 48 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresquartals. Bereinigt um Wechselkursveränderungen schrumpften die Erlöse um 47 Prozent. Unter den zeitweiligen Ladenschließungen, die zum Schutz gegen die Ausbreitung der Pandemie in vielen wichtigen Märkten angeordnet worden waren, litten alle vier Hauptmarken: Die Labels Vans (-52 Prozent), The North Face (-45 Prozent), Timberland (-43 Prozent) und Dickies (-16 Prozent) mussten allesamt empfindliche Umsatzeinbußen hinnehmen.

Die Auswirkungen des Lockdowns auf den stationären Einzelhandel wurden durch deutliche Zuwächse im eigenen E-Commerce immerhin teilweise kompensiert: Die weltweiten Online-Erlöse des Konzerns stiegen gegenüber dem Vorjahresquartal um 78 Prozent (währungsbereinigt +81 Prozent).

Der Nettoverlust liegt im ersten Quartal bei knapp 286 Millionen US-Dollar

Neben den Auswirkungen der Corona-Krise belasteten negative Einmaleffekte, die unter anderem aus Umstrukturierungen im Südamerika-Geschäft und dem geplanten Verkauf der Berufskleidungssparte resultierten, das Ergebnis. So musste der Konzern einen operativen Verlust in Höhe von 246,8 Millionen US-Dollar verbuchen, nachdem er im Vorjahreszeitraum noch einen Betriebsgewinn von 96,0 Millionen US-Dollar erzielt hatte.

Der Nettofehlbetrag aus fortgeführten Geschäften lag bei 277,7 Millionen US-Dollar, der ausgewiesene Nettoverlust, in dem auch die Ergebnisbeiträge der zum Verkauf stehenden Segmente enthalten sind, belief sich auf 285,6 Millionen US-Dollar (242,8 Millionen Euro). Im ersten Quartal 2019/20 hatte VF einen Überschuss von 49,2 Millionen US-Dollar erwirtschaftet. Um Sondereffekte bereinigt lag der Verlust pro Aktie im zurückliegenden Quartal bei 0,57 US-Dollar. Damit fiel er überraschend niedrig aus: Die Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Fehlbetrag von 0,66 US-Dollar je Anteilsschein gerechnet.

Der Konzern verzichtete angesichts der weiterhin unabsehbaren Entwicklung der Gesundheitskrise auf Prognosen für das gesamte Geschäftsjahr. Für das zweite Quartal rechnet das Management aufgrund der Wiedereröffnung eines Großteils der Läden aber mit deutlich geringeren Umsatzeinbußen als zuletzt: Die Erlöse würden voraussichtlich um „weniger als 25 Prozent“ unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums liegen, heißt es in einer Mitteilung.

Foto: Vans Facebook-Page

 

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