Yoox Net-A-Porter: Starker Euro bremst Wachstum im ersten Quartal

Der Online-Modehändler Yoox Net-A-Porter Group SpA (YNAP) konnte seinen Umsatz im ersten Quartal 2018 nur marginal verbessern. Das geht aus einem Zwischenbericht hervor, den das Unternehmen am Montag vorlegte. Gründe für das geringe Wachstumstempo waren vor allem ungünstige Währungseffekte, aber auch Veränderungen in der Sparte „Online Flagship Stores“.

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In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres belief sich der Konzernumsatz auf 517,5 Millionen Euro. Damit übertraf er das entsprechende Vorjahresniveau lediglich um 0,5 Prozent. Bereinigt um Wechselkursveränderungen lag die Wachstumsrate allerdings bei 7,9 Prozent. Auf organischer Basis, also bereinigt um Währungseffekte und Veränderungen im Konzernportfolio, stiegen die Erlöse sogar um 10,4 Prozent. Die Zahl der Bestellungen stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal von 2,2 auf 2,4 Millionen, der Durchschnittswert der einzelnen Einkäufe ging allerdings von 343 auf 314 Euro zurück.

Zulegen konnte das Segment „Multi-brand In-Season“ mit den Portalen Net-A-Porter und Mr. Porter. Sein Umsatz stieg um 5,9 Prozent auf 282,3 Millionen Euro. Währungsbereinigt und organisch legte er jeweils um 14,1 Prozent zu. Die Sparte „Multi-brand Off-Season“, in der Yoox und The Outnet geführt werden, musste einen Rückgang um 4,6 Prozent auf 183,3 Millionen Euro hinnehmen. Bereinigt um Wechselkursveränderungen sowie auf organischer Basis stiegen die Erlöse allerdings um 2,0 Prozent.

Im Bereich „Online Flagship Stores“, der die Monomarken-Shops umfasst, die der Konzern für zahlreiche Luxuslabels betreibt, schrumpfte der Umsatz um 7,4 Prozent (währungsbereinigt -1,5 Prozent) auf 51,9 Millionen Euro. Bereinigt um die Effekte von Neueröffnungen und Schließungen im Laufe der vergangenen zwölf Monate stiegen die Erlöse in diesem Segment währungsbereinigt aber um 21,8 Prozent.

Währungseffekte führten zu einem Umsatzrückgang in Nordamerika

In Nordamerika, der umsatzstärksten Marktregion, machte sich der Kursanstieg des Euro gegenüber dem US-Dollar besonders bemerkbar: Hier sank der ausgewiesene Umsatz um 5,1 Prozent auf 153,0 Millionen Euro. Währungsbereinigt wuchsen die Erlöse allerdings um 8,5 Prozent.

In allen anderen anderen Märkten konnte der Konzern zulegen. So stieg der Umsatz in Italien um 10,4 Prozent auf 34,6 Millionen Euro, in Großbritannien um 3,2 Prozent (währungsbereinigt +5,9 Prozent) auf 68,8 Millionen Euro und im übrigen Europa um 2,3 Prozent (währungsbereinigt +4,3 Prozent) auf 137,6 Millionen Euro. Im asiatisch-pazifischen Raum wuchsen die Erlöse um 2,5 Prozent (währungsbereinigt +13,4 Prozent) auf 93,4 Millionen Euro, im Rest der Welt um 0,6 Prozent (währungsbereinigt +4,9 Prozent) auf 30,1 Millionen Euro.

Der Konzern will im laufenden Geschäftsjahr bis zu 180 Millionen Euro in die eigene Infrastruktur und neue Angebote investieren

CEO Federico Marchetti zeigte sich mit der organischen Umsatzentwicklung in den Bereichen In-Season und Online Flagship Stores „sehr zufrieden“. Zudem habe sich die Nachfrage in der Kategorie „Hard Luxury“, also mit Schmuck und Uhren, „hervorragend“ entwickelt. Das Unternehmen, das kurz vor der vollständigen Übernahme durch den der schweizerischen Luxusgüterkonzern Compagnie Financière Richemont SA steht, rechnet daher weiterhin mit einem organischen Umsatzwachstum in Übereinstimmung mit seinen strategischen Zielen. Dazu sollen alle Geschäftsfelder und Schlüsselmärkte beitragen.

Darüber hinaus erwartet der Konzern eine Verbesserung der um Sondereffekte und Wechselkursveränderungen bereinigten EBITDA-Marge. Für das laufende Jahr plant er Investitionen im Bereich von 170 bis 180 Millionen Euro, die vor allem in den Ausbau der IT-Infrastruktur und die Verbesserung der Mobile- und Omnichannel-Angebote fließen sollen.

Foto: Yoox Facebook-Page
 

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