American Apparel: europäische Mitarbeiter machen sich über soziale Medien Luft

Angesichts der prekären finanziellen Lage des US-Bekleidungsanbieters American Apparel und der schwierigen Situation für das Personal, das über seine und die Zukunft des Unternehmens im Dunkeln tappt, haben Mitarbeiter in Europa über die sozialen Medien ihrem Unmut Luft gemacht.

Spärlich bekleidet stellten sie sich auch in Deutschland in die Schaufenster der Filialen und machten mit dem Aufruf "L.A. send us clothes" auf ihre missliche Lage aufmerksam: Nachdem American Apparel Mitte November zum zweiten Mal in Richtung Insolvenz schlidderte, stellten sich wie vermutet die europäischen Filialen des Bekleidungsunternehmen mit Sitz in Los Angeles als am stärksten betroffen heraus, da Warenlieferungen ab dem 5. November eingestellt wurden.

Die sieben deutschen Filialen blieben trotz des Insolvenzantrags weiter geöffnet. "Die aktuellen Warenbestände gewährleisten einen normalen Geschäftsbetrieb. Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten werden durch Insolvenzgeld gesichert", hatte Wolf-Rüdiger von der Fecht, vorläufiger Insolvenzverwalter der deutschen Tochtergesellschaft American Apparel Deutschland GmbH mit Sitz in Düsseldorf, laut Wirtschaftswoche noch am 16. November verlauten lassen.

Auch in Deutschland protestieren American Apparel-Mitarbeiter

Nur knappe zwei Wochen später scheinen diese Warenbestände aufgebraucht zu sein und europäische American Apparel-Mitarbeiter rätseln weiter, wie es weitergehen soll. Die American Apparel Deutschland GmbH beschäftigt derzeit 251 Mitarbeiter und betreibt europaweit 26 Läden. Die deutsche Tochter hatte bereits am 8. November beim Amtsgericht Düsseldorf einen Insolvenzantrag gestellt, kurz bevor die Muttergesellschaft in den USA Gläubigerschutz beantragte.

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American Apparel hat derzeit zwar die Möglichkeit, seine geistigen Eigentumsrechte für 66 Millionen US-Dollar an Gildan Activewear Inc. zu verkaufen, bewahrt aber weiterhin Stillschweigen über jegliche Zukunftspläne. Und es ist gerade dieses Schweigen und das Gefühl, von der Firmenleitung komplett im Dunkeln gelassen zu werden, das die Mitarbeiter auf die Palme beziehungsweise in die Schaufenster treibt.

Dabei sollten sie dies gewöhnt sein: Erst im Juli waren American Apparel-Mitarbeiter nach Entlassungen auf die Straße gegangen, um ihrem Unmut Luft zu machen. Um diese Situation nicht zu wiederholen, sollte sich das kalifornische Unternehmen überlegen, seinen Mitarbeitern so schnell wie möglich Informationen zukommen zu lassen.

Fotos: Instagram / American Apparel
 

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