Bekleidungshändler Adler stellt neue Strategie vor

Der Textilfilialist Adler Modemärkte AG will sich in Zukunft stärker auf die angestammte Zielgruppe und seine Eigenmarken konzentrieren. Das sind zwei Eckpunkte der „Strategie 2020“, die das Unternehmen am Mittwoch vorstellte. Ziel des Maßnahmenpakets ist es, „bis spätestens 2020 nachhaltig profitables Wachstum erzielen zu können“. Dazu sollen nun Initiativen beitragen, die das Produktsortiment, die Vertriebskanäle und die Kommunikationsstrategie betreffen.

Im Zentrum steht die Fokussierung auf einen klar definierten Kundenkreis: „Unsere Positionierung war in der Vergangenheit nicht eindeutig. Verjüngungsversuche bei unseren Kunden schlugen fehl und haben gleichzeitig die treue Stammkundschaft irritiert“, erklärte Thomas Freude, der im vergangenen September den Vorstandsvorsitz des Unternehmens übernahm. „Damit ist jetzt Schluss. Unsere Zielgruppe sind Menschen ab 55 Jahren – und an ihrem Bedarf werden wir unser Angebot künftig mit aller Konsequenz ausrichten.“

Bekleidungshändler Adler stellt neue Strategie vor

Adler setzt künftig stärker auf die Bestandskunden und Eigenmarken

Das bedeutet beispielsweise, dass „teure Neukundenakquise“ in den Hintergrund treten soll. Stattdessen setzt Adler auf „die noch gezieltere Ansprache der bestehenden und ehemaligen Kunden“. Immerhin hätten Untersuchungen ergeben, dass „die stärkere Mobilisierung von Bestandskunden“ ausreichen würde, um den zuletzt rückläufigen Umsatz wieder zu steigern. Dazu soll eine neue Kommunikationsstrategie beitragen, deren Basis die Auswertung der Informationen bestehender Kundenkarten bildet. „Diesen riesigen Datenschatz haben wir bislang kaum genutzt. Ein Versäumnis, das wir nun nachholen werden“, erklärte Freude. „Individualisierung und Digitalisierung“ würden künftig ein entscheidende Rolle in der Kundenansprache spielen.

Im Zusammenhang mit der neuen Konzentration auf die Stammzielgruppe will Adler auch sein Sortiment neu justieren. So soll der Anteil der Eigenmarken erhöht und gleichzeitig die Anzahl der Fremdmarken „sukzessive um rund die Hälfte reduziert“ werden. Mit diesem Schritt will das Unternehmen nicht nur den Bedürfnissen der Kunden entgegenkommen. Er verspricht auch eine höhere Profitabilität: „Den margenstarken Eigenmarken mit ihren speziell auf die Zielgruppe zugeschnittenen Passformen räumt Adler künftig eine noch höhere Priorität als bislang ein“, erklärte Adler. Ziel ist, den Umsatzanteil der Eigenmarken von aktuell 75 Prozent auf 85 Prozent im Jahr 2020 zu steigern.

Filialen sollen attraktiver werden

Im Mittelpunkt der Vertriebsstrategie stehen weiterhin die stationären Filialen: Die typischen Kunden des Unternehmens legten Wert auf „den Eventcharakter des Kleiderkaufs im Modemarkt“ sowie „eine freundliche und kompetente Beratung“, erklärte Adler. So sollen nun Maßnahmen wie „regelmäßige Schulungen des Verkaufspersonals, eine frequenzorientierte Einsatzplanung, sinnvolle Anreizsysteme für die Mitarbeiter und eine attraktive Filialgestaltung“ dazu beitragen, das Einkaufserlebnis angenehmer zu gestalten.

Zudem will Adler neue Wege finden, um seine Zielgruppe in die Filialen zu locken. „Um die Frequenz in den Modemärkten zu steigern und die Kundenbindung weiter zu verbessern, ist etwa geplant, dem Wunsch der Zielgruppe nach sozialen Anknüpfungspunkten durch regelmäßige Veranstaltungen nachzukommen, welche zusätzliche Anreize zum Besuch der Modemärkte bieten“, erklärte das Unternehmen. Dabei sei auch an „Kooperationen mit Anbietern von zielgruppenrelevanten nicht-textilen Produkten und Dienstleistungen“ gedacht.

Das Online-Geschäft dient als "zweites Standbein"

Das Online-Geschäft bildet im Rahmen der Strategie ein „zweites Standbein“ neben dem Stationärgeschäft. Der eigene Online-Shop trage „zur Neukundengewinnung bei“ und sorge „über das Click & Collect-Angebot für zusätzliche Frequenz in den Märkten“, erklärte das Unternehmen. Hier wird weiteres Wachstum angestrebt – aber „nicht um jeden Preis“. Vorrang habe „die Steigerung der Profitabilität“. Seine Präsenz im Internet will Adler auch durch die Nutzung von Online-Marktplätzen ausbauen. Auf diese Weise sei es möglich, „den Umsatz zu steigern und die Markenbekanntheit zu erhöhen“. Vorteile verspricht sich das Unternehmen auch von der Weiterentwicklung der eigenen App: „Ziel ist es, durch personalisierte Werbung, Veranstaltungshinweise und weitere zielgruppenrelevante Inhalte zu einer regelmäßigen Nutzung der App zu animieren und somit die Kundenbindung zu stärken“, erklärte Adler.

Foto: Adler Modemärkte AG
 

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