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Mintel-Studie: Secondhand und inklusive Größen sind gefragt

Von Simone Preuss

24. Feb. 2022

Einzelhandel

Bild: Vinted

Laut einer Studie der Market-Intelligence-Agentur Mintel im September 2021 gibt in Deutschland derzeit über die Hälfte (55 Prozent) der Modekonsument:innen an, Secondhand-Kleidung zu kaufen. Auch Qualität und Schnitt spielen beim Modekauf eine wichtige Rolle, ebenso inklusivere Kleidungsstücke in Petite- oder Plus-Size-Größen, die jedem Körpertyp schmeicheln. Auch nachhaltigere Materialien sind im Kommen. Befragt wurden teils mehr als 1.750 Internetnutzer:innen ab 16 Jahren, die in den letzten 12 Monaten Kleidung für sich selbst gekauft haben.

Von den 55 Prozent Befragten, die angaben, Secondhand-Kleidung zu kaufen, sagten 9 Prozent, der Anteil sei infolge der Corona-Pandemie gestiegen, allerdings gaben 15 Prozent auch an, er sei gefallen. Second-Hand-Apps wie Vinted haben 16 Prozent benutzt, während weitere 22 Prozent versuchsweise daran interessiert sind. Wenig überraschend sind besonders die jüngeren Konsument:innengruppen der 16-24-Jährigen und 25-34-Jährigen (jeweils 28 Prozent) vertraut mit entsprechenden Apps, während es bei den 45-54-Jährigen nur 12 Prozent sind.

Kleidung soll verschiedenen Körpertypen schmeicheln

Neben Kleidung aus zweiter Hand spielen weitere Faktoren wie Qualität und Schnitt eine wichtige Rolle. Zwei von fünf Modekonsument:innen (37 Prozent) wünschen sich zudem eine bessere Textilqualität, während 23 Prozent schmeichelhaftere Kleidungsstücke für unterschiedliche Körpertypen (wie zum Beispiel Petite oder Plus-Size) befürworten. Zudem haben 26 Prozent der Befragten in den 12 Monaten vor der Umfrage Mode aus nachhaltigen Materialien gekauft; 41 Prozent1 haben dies zwar noch nicht getan, zeigen jedoch Interesse daran.

„Das Credo lautet heutzutage: Nachhaltigkeit größer denken. Für dieses Unterfangen lohnt sich beispielsweise der Blick auf offizielle Partnerschaften mit beliebten Secondhand-Anbietern und -Plattformen, um die Wiederverwendung von Kleidung zu fördern. Auch einheitliche, inklusivere Größentabellen beziehungsweise Konfektionsreihen können die Nachhaltigkeit eines Unternehmens indirekt mit beeinflussen“, rät Irene Brockie, Retail Analystin bei Mintel Deutschland, in einer Pressemitteilung.

„Kleidungsstücke, die auf verschiedene Körpertypen abgestimmt sind, tragen nicht nur dem aktuellen Zeitgeist und der Forderung nach inklusiveren Schönheitsidealen Rechnung, sondern können sich auch hinsichtlich der Retourenkosten und Kund:innenzufriedenheit lohnen. Weitere Vorteile könnte die Nutzung Künstlicher Intelligenz zur virtuellen Anprobe versprechen - und Modemarken auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Praxis begleiten“, erklärt Brockie.

Es bleibt casual

Die Corona-Pandemie hat die Art und Weise beeinflusst, wie wir uns kleiden: Mehr Zeit wurde zu Hause verbracht und auch die Arbeit geschah und geschieht auch heute noch vom Home-Office aus. Dies hat dazu geführt, dass sich knapp ein Drittel (32 Prozent) der deutschen Modekonsument:innen generell weniger neue Kleidung gegönnt haben; fast ein Fünftel (18 Prozent) trägt daher öfter ältere Kleidungsstücke. Selbst diejenigen, die neue Kleidungsstücke gekauft haben, haben seltener zu Kleidungsstücken fürs Büro gegriffen (19 Prozent).

„Der Trend zu Casual Looks wird die Modeindustrie langfristig beeinflussen. Dieser hat sich zwar schon vor der Pandemie entwickelt, wurde jedoch insbesondere von den anhaltenden Lockdowns und der Zeit im Home-Office befeuert. Die neue Entwicklung hin zum „hybriden Arbeitsmodell“, wonach Arbeitnehmer:innen flexibel von zu Hause oder im Büro arbeiten dürfen, bietet Einzelhändler:innen und Modemarken neue Wachstumschancen. Gewinnbringend für alle Preissegmente ist die Kombination aus Nachhaltigkeit, Stil und Komfort,“ bestätigt Brockie.

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