Bericht: Wer kauft Secondhand-Mode?

Der weltweite Resale-Markt boomt und wird derzeit auf einen Marktwert von 30 bis 40 Milliarden US-Dollar (rund 25 bis 35 Milliarden Euro) geschätzt. In den nächsten fünf Jahren wird eine jährliche Wachstumsrate von 15 bis 20 Prozent weltweit prognostiziert, wobei diese regional sehr unterschiedlich ist und in einzelnen Ländern sogar bis zu 100 Prozent betragen könnte.

Grund genug für die französische Resale-Plattform Vestiaire Collective, sich zum zweiten Mal mit der Boston Consulting Group zusammenzutun und die Ergebnisse ihrer Umfrage im Bericht „Die Verbraucher hinter dem wachsenden Second-Hand-Markt der Modebranche“ zusammenzufassen. Er beleuchtet unter anderem die unterschiedlichen Einstellungen und Verhaltensweisen von Kunden sowie die zahlreichen Möglichkeiten, wie Luxusmarken vom wachsenden Resale-Markt profitieren können.

Der starke Anstieg der Beliebtheit von Secondhand ist sowohl auf das insgesamt stetig wachsende Angebot von Secondhand-Kleidung zurückzuführen als auch auf den Zuwachs von Kunden, die Secondhand-Mode kaufen, so der Bericht. Dementsprechend könnte bis 2023 der Anteil von Secondhand-Kleidung in ihren Kleiderschränken auf mehr als ein Viertel steigen - von derzeit 21 Prozent auf 27 Prozent.

Secondhand-Kunden setzen auf Nachhaltigkeit, Langlebigkeit und Qualität

Faktoren wie erschwingliche Preise, Verfügbarkeit der Auswahl und Einzigartigkeit der Artikel tragen zwar bereits seit einiger Zeit zur wachsenden Beliebtheit des Secondhand-Markts bei, die Corona-Pandemie hat jedoch eine Verschiebung im Verbraucherdenken zugunsten von Nachhaltigkeit beschleunigt: Die Umfrage zeigt, dass zunehmende Umweltbedenken der Verbraucher zum Marktwachstum beigetragen haben. Während 62 Prozent der Befragten im Jahr 2018 aus Gründen der Nachhaltigkeit gebrauchte Artikel kauften, sind es inzwischen 70 Prozent, fand die Umfrage heraus.

Bericht: Wer kauft Secondhand-Mode?

85 Prozent der Käufer von Secondhand-Mode wollen zudem den eigenen Überkonsum reduzieren, indem sie statt mehr Fast Fashion auf insgesamt weniger, qualitativ hochwertigere und langlebige Artikel umsteigen. 70 Prozent gaben an, dass der Secondhand-Markt sie dazu ermutigt, diese auch besser zu pflegen und so ihre Langlebigkeit zu erhöhen. Ohne die Existenz eines florierenden Secondhand-Markts hätten 60 Prozent der Verkäufer ihren Kleidungsstücken kein zweites Leben schenken können.

Dies zahlt sich besonders für Luxusmarken aus: 31 Prozent der Verkäufer von hochwertigen Secondhand-Artikeln investieren wieder in Kleidungsstücke aus erster Hand, während Secondhand-Käufer neue Labels entdecken (48 Prozent). Zudem suchen sie nach sozial verantwortlich handelnden Unternehmen (60 Prozent) und sind eher bereit, bei Modelabels zu kaufen, die mit Secondhand-Plattformen zusammenarbeiten (62 Prozent).

Bericht: Wer kauft Secondhand-Mode? Der Bericht konnte die 7.000 im Juni 2020 befragten Vestiaire Collective-Mitglieder aus sechs Ländern (USA, Frankreich, Spanien, Italien, Deutschland und Großbritannien) in sechs Kategorien teilen, die Marken und Händlern einen guten Überblick über ihre Secondhand-Kundschaft bieten sollten: Zum einen gibt es die Neueinsteiger, die sich oft auf höherpreisige Artikel konzentrieren, sowie die Sucher einzigartiger Artikel, Spontankäufer, die sich loyal an bekannte Marken halten, trendbewusste Millennials, nachhaltigkeitsbewusste Käufer und Verkäufer von Secondhand-Mode.

Bilder: Bericht; Vestiaire Collective; Boston Consulting Group

 

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