Berlin Fashion Week: Fokus auf Förderung und Internationalität

Die Berlin Fashion Week SS27 findet vom 2. bis 5. Juli statt und konzentriert sich auf Förderung, Experimente und internationalen Austausch.
Mode
SF1OG FW26 Credits: ©Launchmetrics/spotlight
Von Jule Scott

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Vom 2. bis 5. Juli verteilt sich Mode erneut in ganz Berlin – und weit darüber hinaus. Doch statt reiner Standortvielfalt zeigt sich vor allem eines: die deutsche Hauptstadt nutzt seine Fashion Week zunehmend als kuratiertes Ökosystem aus Förderung, Experiment und internationalem Austausch. Sichtbar wird das unter anderem an Gästen wie Buzigahill aus Uganda, Orange Culture aus Nigeria oder dem Londoner Label Lueder, die in diesem Sommer ebenso Teil des Programms sind wie etablierte Berliner Namen von GmbH bis Esther Perbandt.

Startschuss für die Berliner Modewoche

Zu den ersten Schauen des Donnerstags zählen unter anderem William Fan und Andrej Gronau, beide Preisträger des Förderprogramms Berlin Contemporary. Am Abend liefert die zehnte Ausgabe der Neo.Fashion. einen Doppelschlag. Zunächst zeigen Absolvent:innen internationaler Modeschulen wie der Kunstuniversität Linz, der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel FHNW sowie der Kyiv National University of Technologies and Design ihre Abschlusskollektionen, bevor mit Fashion Art Toronto erstmals Kanadas führende Plattform für Mode und Kunst in Berlin Premiere feiert. Im Rahmen der Kooperation „Toronto to Berlin" bringt sie eine Auswahl kanadischer Nachwuchsdesigner:innen auf die Bühne.

Ebenfalls am Donnerstag öffnet Berlin Curated die zweite Ausgabe seines Förderprogramms für Nachwuchstalente. In der Feuerle Collection zeigen 13 Designer:innen aus ganz Deutschland ihre Kollektionen vor einem Fachpublikum. Kuratiert wird das Programm von der ehemaligen Vogue-Chefredakteurin und heutigen Vorsitzenden des Fashion Council Germany Christiane Arp gemeinsam mit Josepha Rodríguez und Sonja Hodzode. Das von der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe geförderte Format begleitet die Talente über zwölf Monate. Neu in dieser Saison ist außerdem eine eigene Publikation, das jährlich erscheinende Magazin Kura.

Berlin Contemporary als roter Faden

Wer in diesen vier Tagen ein wiederkehrendes Motiv sucht, findet es im Förderprogramm Berlin Contemporary, das sich quer durch das gesamte Programm zieht. Am Gelände des Internationale Congress Centrum Berlin (ICC Berlin) bündelt sich im Format Newest gleich ein Quartett seiner Preisträger:innen. Marke, Orange Culture, Unvain und Buzigahill zeigen dort am Freitag über den Tag verteilt ihre Kollektionen.

Über die übrigen Tage verteilt finden sich weitere Geförderte – darunter Laura Gerte, Milk of Lime, SF1OG, Clara Colette Miramon, Fruché, Selva Huygens und Barragán sowie Haderlump Atelier Berlin, das seine Schau in den historischen Salons des Hotel Adlon Kempinski zeigt. Auch das Format Intervention der Berliner PR-Agentur Reference Studios, das in vergangenen Saisons bereits Anonymous Club, Mowalola und David Koma nach Berlin brachte, setzt am Sonntag erneut auf Berlin-Contemporary-Namen. Dort teilen sich GmbH, John Lawrence Sullivan, unter dem Zusatz „by Arashi Yanagawa", und Dagger die Bühne mit Martin Quad.

Von der Apotheke bis in die Skatehalle

Am Freitagabend eröffnet außerdem Richert Beil seinen ersten Store in der Muskauer Straße. Unter dem Namen Apotheke ladende Gründer:innen Jale Richert und Michele Beil zu einem Happening samt Live-Model-Aktivierungen ein. Herzstück ist die Aktion „10 Gebote", bei der Besucher:innen auf zehn handgefertigte Unikate des Duos zum eigenen Wunschpreis bieten können. Am Samstag öffnet der Store dann auch für die breite Öffentlichkeit. Am selben Abend legt am anderen Ende der Stadt ein Schiff an.

An Bord der MS Heimatland, festgemacht bei der Kunstgalerie Hošek Contemporary, zeigt „Ljubljana Fashion Week: On Board Berlin" eine Auswahl zeitgenössischer slowenischer Labels wie Ghost Town, Lan Krebs und Nika Ravnik, organisiert vom Slowenischen Kulturzentrum Berlin, dem Center for Creativity Ljubljana und dem LJFW Institute.

Ebenfalls mit von der Partie sind etablierten Häuser der Stadt. Diese behaupten sich mit eigenen Formaten, wie etwa Marina Hoermanseder, die ihre Kollektion samt Aftershow-Party zeigt, und Kilian Kerner inszeniert seine Schau „Burning Symphonie" in der Skatehalle Berlin. Hinzu kommt der von Arp und Marcus Kurz kuratierte Berliner Salon, der rund 35 nationale wie internationale Designer:innen und ihre Arbeiten in der Orangerie Charlottenburg präsentieren. Am Samstagabend lädt Esther Perbandt zudem in das Kunstmuseum Fotografiska zu ihrer Präsentation „Blackhearts".

Parallel zum Fachprogramm läuft bereits seit dem 29. Juni und bis zum 5. Juli das Publikumsformat Studio2Retail, das Pop-ups, Stores und Events der Modewoche auch für ein breiteres Publikum öffnet. Zu den Gewinner:innen des begleitenden Konzeptwettbewerbs zählen unter anderem Ioannes, Richert Beil, Lou de Bètoly, Esther Perbandt, Plaid-à-Porter, Colrs, Maqu sowie Milk of Lime und Vladimir Karaleev.

Die Berlin Fashion Week SS27 läuft von Donnerstag, 2. Juli, bis Sonntag, 5. Juli 2026. Der offizielle Kalender verzeichnet mehr als 25 Shows sowie zahlreiche weitere Präsentationen, Graduate Shows und Side Events in der ganzen Stadt.

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