Berlin plant einen Fashion Hub, der innovative und nachhaltige Mode fördert

Die Stadt Berlin will innovative und grüne Mode in Zukunft stärker fördern. Ab diesem Jahr gibt es Gelder für einen Fashion Hub, der helfen soll, Berlin in der Modewelt in Szene zu setzen.

Insgesamt 600.000 Euro bekommt der neue Berliner Fashion Hub - verteilt auf 2020 und 2021. Der Hub “soll der innovativen und nachhaltigen Modeproduktion in Berlin ein sichtbares Gesicht geben und zur Stärkung und Profilierung der Modestadt Berlin als Zentrum für Innovation und Nachhaltigkeit beitragen”, sagte ein Sprecher der Berliner Senatsverwaltung per E-mail. “Die genaue Ausgestaltung und Konzeption des Hubs wird jetzt erarbeitet.” Unter nachhaltigen Labels der Stadt machten die Pläne für den Fashion Hub während der laufenden Berliner Modewoche bereits ihre Runde. Wo und wann er entstehen soll sind noch nicht bekannt.

Während der Berlin Fashion Week in dieser Woche hat sich wieder gezeigt, dass Berlin neue Ideen und Impulse gebrauchen kann, um relevant in der Modewelt zu bleiben. Der Kalender der Modewoche wird dünner, manch Laufsteg wirkt eher wie eine Marketing-Veranstaltung. Die Distanz zu den internationalen Fashion-Metropolen wie Paris oder London ist weiterhin groß. Auch die Berliner Modemessen, die lange steigende Besucherzahlen von Saison zu Saison meldeten, versuchten sich im Januar mit neuen Formaten und Umzügen zu erneuern.

Berlins Zukunft liegt in grüner Mode und Tech

Bisher hat die Stadt Berlin ihre Modebranche mit etwa 450.000 Euro jährlich gefördert. In den Fashion Hub sollen nun 200.000 Euro in diesem Jahr fließen und 400.000 Euro im folgenden. Die Gelder kommen aus dem Berliner Doppelhaushalt 2020/2021 von rund 63,3 Milliarden Euro, der im Dezember vom Berliner Abgeordnetenhaus verabschiedet wurde.

Die Pläne für einen grünen Berliner Fashion Hub spiegeln eine Vision wider, die viele in der Modebranche für die Stadt hegen. “Berlin steht ganz, ganz klar für Nachhaltigkeit und Technologie”, sagte Thimo Schwenzfeier, Geschäftsführer der grünen Modemesse Neonyt, im vergangenen Juli in Berlin. “Da gibt es keine Fashion Week oder Messestandort, die Berlin da das Wasser reichen kann.”

Mit seinen Ambitionen ist Berlin in Europa jedoch nicht allein. Im Herzen von Paris entsteht gerade mit La Caserne ein Nachhaltigkeitsinkubator für High-End und Konfektionsmodemarken sowie Designer, der im Dezember eröffnen soll.

An Ideen und Kreativen mangelt es in Berlin nicht, die Stadt braucht sich hier nicht vor Paris verstecken. Das Start-up Lukso stellte beispielsweise während der Berlin Fashion Week die ersten T-Shirts vor, die der Träger auf einer Blockchain registrieren kann. Das Unternehmen plant ähnliche Projekte mit Luxusmarken noch in diesem Jahr vorzustellen. Die Liste der Designer und Labels, die nachhaltig arbeiten, ist ergiebig: Working Title bietet luxuriöse Mode für Frauen, Accessoire-Label Faulhaber vegetabil gegerbte Taschen und Arys fertigt funktionale Kleidung aus recyceltem Plastik.

Berlin sei seit vielen Jahren Vorreiter im Bereich Nachhaltigkeit, und das Thema wurde seit der vergangenen Saison Leitmotiv der Berliner Fashion Week , sagte Mandie Bienek, Vorstandsmitglied des Fashion Council Germany, im Juli. “Die Entwicklung ist für Berlin von großem Potenzial, denn das Thema Nachhaltigkeit könnte die Antwort auf die ewige Profilfrage des Modestandorts sein im internationalen Wettbewerb mit den schillernden Modemetropolen.”

Foto: Brigitte Kreuzwirth / pixelio.de

 

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