Giorgio Armani verlängert die Saison: "Das Modesystem muss sich verlangsamen"

Giorgio Armani hält das derzeitige Modesystem für absurd und macht einen Schritt in Richtung Veränderung. Der Designer will die Verkaufsperiode der Armani-Sommerkollektion bis September verlängern, wie er in einem Brief an das US-Fachmagazin WWD schreibt. Der unmittelbare Grund für diese Entwicklung ist nach Ansicht des Designers die Corona-Krise, die eine "einzigartige Gelegenheit bietet, das zu korrigieren, was verzerrt ist".

Im Brief äußert Armani seine Unzufriedenheit mit dem gegenwärtigen Modesystem: die Überproduktion von Kleidung und den Rhythmus der kommerziellen Modesaisons nennt er "kriminell" und "absurd". Er stellt fest, dass das Luxussegment zunehmend den Grundsätzen der Fast Fashion gefolgt ist - ein beschleunigter Produktionszyklus, höhere Produktionsvolumen - und dass dies zu einem "Verfall des Modesystems" geführt hat. Außerdem sagt er: "Es ist absurd, dass es im Winter nur Leinenkleider in den Geschäften gibt, und im Sommer Jacken aus Alpakawolle (...). Wer kauft ein Kleidungsstück und lässt es dann monatelang im Schrank stehen, um auf die richtige Jahreszeit zu warten? Diese Denkweise ist falsch", sagt Armani, "und muss sich ändern."

Armani sieht die Coronavirus-Krise als "Gelegenheit, alles zu verlangsamen und zu korrigieren". Mit seinem eigenen Unternehmen macht er bereits einen Schritt in die entsprechende Richtung. "Nach dem Lockdown werden unsere Sommerkollektionen in den Geschäften bleiben, zumindest bis Anfang September", kündigt Armani im Brief an. "Und das werden wir von nun an auch weiterhin so tun."

Armani beendet den Brief mit einem feurigen Appell an andere Modefirmen. "Es muss Schluss sein mit der Mode als reiner Kommunikation, Schluss mit den weltumspannenden Cruise-Shows (...) sie sind eine riesige, aber sinnlose Geldverschwendung", sagt der Designer. Er plädiert für eine Neubewertung von “Authentizität” und “der menschlichen Dimension”.

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Dieser übersetzte Beitrag erschien vorher auf FashionUnited.nl

Bild: Armani

 

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