Modedesigner Jean Paul Gaultier sagt, er könne zu Pelz zurück

Der französische Modedesigner Jean Paul Gaultier sagte vergangene Woche, er hielte es nicht für unmöglich, wieder Pelz in seinen Kollektionen zu verwenden, wenn dessen Herkunft vollständig rückverfolgbar sei.

Der extravagante Modeschöpfer hatte im November angekündigt, künftig auf Pelz verzichten zu wollen. Ein Zug, der von Tierschutzgruppen wie PETA als großer Sieg gefeiert wurde. Die Tierschützer hatten zuvor versucht, eine seiner Shows zu stören und seine Pariser Boutique besetzt. Aber bei seiner ersten pelzfreien Pariser Haute Couture Show gab Gaultier gegenüber AFP zu verstehen, dass das "nicht das Ende für Pelz" sei.

Er sagte, dass er nicht ausschließen würde, eines Tages seine alten Pelze zu recyceln oder neue Felle zu verwenden, "wenn alles richtig gemacht wird, und natürlich nicht das Fell von gefährdeten Arten.”

”Aber im Moment müssen sich die Dinge beruhigen”, fügte er hinzu. Gaultier hatte dem französischen Fernsehen vergangenes Jahr erzählt, dass die Methoden, mit denen Pelztiere getötet würden, oft “absolut verabscheuenswert" seien.

Gaultier präsentiert erste pelzfreie Show

Er präsentierte am vergangenen Mittwoch seine völlig pelzfreie Herbst/Winterkollektion, bei der die US-Sängerin Christina Aguilera neben der französischen Filmlegende Catherine Deneuve und den "RuPaul's Drag Race"-Stars Violet Chachki und Miss Fame in der ersten Reihe saß.

Gaultier ersetzte Pelz durch Federn auf die ihm typisch extravagante Weise, mit riesigen flauschigen Krägen und federnbesetzten Chapka-Hüten. Er witzelte: "Für diese Show wurden keine Federn getötet."

Die Pelze wichen Tierprints "Es ist Fake-Kunstfell", sagte Gaultier gegenüber AFP, "eine optische Täuschung. Ich mag das Gefühl von Fell wirklich, es ist absolut magisch und so warm. Aber jetzt erreichen wir das auf eine andere Weise. Wir leben in einer Zeit, in der es von allem zu viel gibt, also sollten wir keine weiteren Tiere töten.”

Modedesigner Jean Paul Gaultier sagt, er könne zu Pelz zurück

"Ich habe eine charmante kleine Muschi, und ich liebe Tiere - wobei ich die Grenze bei Krokodilen ziehe", sagte der 67-jährige als ‘Enfant terrible’ bekannte Designer. Gaultier sagte, dass es ein offenes Geheimnis sei, dass Tiere, die für Pelze verwendet wurden, oft nicht gut behandelt werden. "Also ziehe ich es vor, ihn nicht mehr zu benutzen, oder vielleicht einfach meine alten Pelze von vor 15 Jahren recyceln, die nicht verkauft wurden, damit ich weiter mit dem Material arbeiten kann.”

"Wir müssen Kleidung recyceln. Das ist etwas, was ich seit dem Anfang meiner Karriere mit alten Jeans gemacht habe, die ich auf jede erdenkliche Weise zerlegte. Wir könnten das Gleiche mit Pelz machen. Wir sollten keine Kleidung verbrennen."

Gaultier räumte ein, dass das Fell ein großes Image-Problem hat. "Ich mag das Bild von Frauen, die Pelze tragen, nicht. Es ist das veraltete Bild von Frauen, die von alten reichen Männern ausgehalten wurden. Glücklicherweise sind Frauen schon lange von diesem Bild losgekommen und Pelz ist nicht mehr länger ein Synonym dafür."(AFP)

Fotos: Jean Paul Gaultier, AW19 Catwalkpictures

Dieser Artikel wurde zuvor auf FashionUnited.uk veröffentlicht. Übersetzung und Bearbeitung: Barbara Russ

 

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