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Stella McCartney stellt weltweit erste Mylo-Bekleidung aus Pilzleder vor

Von Simone Preuss

19. März 2021

Mode

In seiner Reihe zu nachhaltigen Textilinnovationen hatte FashionUnited bereits vor fast zwei Jahren veganes Pilzleder aus dem Zunderschwamm-Baumpilz vorgestellt, das vom Berliner Unternehmen Zvnder für Accessoires wie Geldbörsen, Brustbeutel, Kappen und Uhren verwendet wird. Jetzt hat die britische Designerin Stella McCartney für ihr gleichnamiges Luxuslabel die weltweit ersten Kleidungsstücke aus Mylo vorgestellt, einem veganen Pilzleder, das vom kalifornischen Faser- und Materialhersteller Bolt Threads komplett im Labor gezüchtet wird.

„Mylo wurde von unserem langjährigen Partner Bolt Threads entwickelt und ist eine weiche, solide und nachhaltige Lederalternative, die aus Myzel, dem unendlich erneuerbaren unterirdischen Wurzelsystem von Pilzen, hergestellt wird. Mylo ist tierischen Produkten verblüffend ähnlich, hat aber weniger Auswirkungen auf die Umwelt und ist im Gegensatz zu den meisten synthetischen Alternativen nicht auf Erdölbasis hergestellt - was bedeutet, dass mehr fossile Brennstoffe im Boden verbleiben können und weniger Plastik auf Mülldeponien und in den Ozeanen landet“, erklärt Stella McCartney auf der Website des Labels.

Zunächst wurden zwei Kleidungsstücke entworfe - ein schwarzes Bustier-Oberteil und eine schwarze Hose aus dem glänzenden, edel aussehenden Material. Beide sind derzeit nicht käuflich, sondern sollen „das Potenzial dieses Materials der nächsten Generation verkörpern und den Weg für zukünftige kommerzielle Angebote ebnen“, so die Marke.

Mylo ist als biobasiert zertifiziert, das heißt, es wird überwiegend aus erneuerbaren Inhaltsstoffen hergestellt, die in der Natur vorkommen. Die Wissenschaftler von Bolt Threads haben im Labor mit Mulch, Luft und Wasser das nachgebildet, was normalerweise unter dem Waldboden passiert, wo Myzel am besten wächst, und haben so eine neue Kategorie der Materialwissenschaft hervorgebracht.

Dieser hochmoderne Prozess hat den Vorteil, dass er nur minimale Auswirkungen auf die Umwelt hat und nur wenige Tage dauert - und nicht etwa Jahre wie die Viehzucht. Dadurch spart er Wasser und reduziert Treibhausgasemissionen und schützt lebenswichtige Ökosysteme wie den Amazonas vor der Abholzung.

„Wir werden weiterhin mit Bolt Threads an Mylo arbeiten, um nicht nur ein besseres Material zu entwickeln, sondern auch eine Modeindustrie zu schaffen, die freundlicher zu allen Lebewesen und der Erde ist“, verspricht Stella McCartney.

„Diese seltenen, exklusiven Mylo-Stücke verkörpern unsere gemeinsame Verpflichtung mit Bolt Threads, eine freundlichere Modeindustrie zu schaffen - eine, die schöne, luxuriöse Materialien hervorbringt, statt den Tod unserer Mitgeschöpfe und unseres Planeten“, fügt die Designerin hinzu.

Das Luxuslabel war bereits zu Beginn Teil der Entwicklung von Mylo und begann seine Zusammenarbeit mit Bolt Threads im Jahr 2017, um vegane Mikroseide zu verwenden. Das erste Produkt, das aus dem Myzel-basierenden Material hergestellt wurde, war der Prototyp von Stella McCartneys Falabella-Tasche, die zum ersten Mal im Jahr 2018 als Teil der V&A-Ausstellung „Fashioned from Nature“ zu sehen war.

Fotos: Stella McCartney