Vom Catwalk auf den Teller: Luxusmodemarken erobern die Gastronomie

Vom Laufsteg in die Cuisine: Modeunternehmen setzen auf Restaurants, Bars und Imbisse als Markenbotschaft in ihren eigenen Boutiquen.

In-Store-Cafés sind schon lange ein Rigeur, wobei Nicole Fahris berüchtigtes Restaurant 202 in Notting Hill eines der ersten ist, das die Stilrichtung anzieht und die Brücke zwischen Essen und Mode schlägt. Es war ein Ort, um zu Mittag zu essen, zu brunchen, unter den Gutbetuchten zu speisen und das hübsche Personal zu bewundern.

In London war einst die Bar und das Restaurant im fünften Stock von Harvey Nichols voller Fashionistas, als die Modewoche noch im Naturhistorischen Museum stattfand. Ebenso beliebt waren die Rose Bakery auf dem Dover Street Market, das Café im Bluebird, Josephs Vorzeige-Boutique-Café Joe's im Untergeschoss und Emporio Armanis Restaurant im ersten Stock, wobei letzteres die Ladies-who-Lunch-Brigade aus dem Westen Londons anzog.

Designer haben als Restaurantbesitzer einen Nebenverdienst aufgetan, der sich zu einem ernsthaften Geschäft entwickelt, mit ausgezeichneten Köchen, die mit berühmten Namen wie Jamie Oliver und Gordon Ramsey konkurrieren können. Einige darunter bringen ihre eigenen Michelin-Sterne an den Tisch, wie etwa Guccis Osteria in Florenz, die Massimo Bottura als Besitzer hat.

Die stilvolle Pasticceria Marchesi in Mailand gehört nun zur Prada-Gruppe , die drei Konditoreien in der italienischen Modehauptstadt sowie einen kürzlich eröffneten Standort in der Mount Street im Londoner Stadtteil Mayfair betreibt. Zu Prada gehört auch das Restaurant Torre, das sich im sechsten Stock des Turms der Fondazione Prada in Mailand befindet und 2018 von dem Stararchitekten Rem Koolhaas entworfen wurde.

Die Globalisierung hat die Mode homogenisiert

Laufkundschaft könnte ein Grund dafür sein, warum sich Modeunternehmen an den Lebensmittelsektor heran gewagt haben. Während Luxuskollektionen weltweit weitgehend homogen geworden sind, werden Lebensmittel immer noch als lokal, handwerklich und von Stadt zu Stadt unterschiedlich betrachtet. Ein Café in einer Boutique unterstreicht ein Gefühl der Geselligkeit und Gemeinschaft, sodass es weniger um Einkaufen und Konsumieren geht, sondern mehr um Interaktion und Erfahrung.

Louis Vuitton eröffnete letzten Monat seinen ersten kulinarischen Hotspot in Osaka, Japan. Das Café V und das Sugalabo V im obersten Stockwerk des Maison bieten Gerichte des berühmten Küchenchefs Yosuke Suga. LVMH ist im Gastgewerbe kein Unbekannter - es eröffnete schon 2006 mit dem Cheval Blanc in Courchevel ein neues Konzept von Luxushotels der Spitzenklasse. Mit der Diversifizierung ihres Portfolios bringen Luxuskonzerne mit ihrer kompromisslosen Qualität, Exklusivität, Kultiviertheit und Handwerkskunst ein Gefühl von Prestige und Raffinesse in das Gastgewerbe.

Es scheint, dass stilvolle Orte zum Essen, Schlafen und Erleben nie aus der Mode kommen werden.

Dieser Artikel wurde zuvor auf FashionUnited.uk veröffentlicht. Übersetzung und Bearbeitung: Barbara Russ.

Bild: Le Café V, Louis Vuitton

 

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