Asos hofft nach „enttäuschendem“ Geschäftsjahr auf Besserung

Der britische Bekleidungshändler Asos Plc hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr wenig Grund zur Freude. Neben schwierigen Rahmenbedingungen in wichtigen Märkten sorgten unerwartete Probleme bei der Modernisierung der Logistikkapazitäten in Europa und den USA für schwache Zahlen. Im Geschäftsbericht, den das Unternehmen am Mittwoch vorlegte, räumte das Management unumwunden ein, dass die Entwicklung „enttäuschend“ verlaufen sei. Immerhin habe es im Schlussquartal wieder einen Aufwärtstrend gegeben. Das stimmte auch die Anleger optimistisch: Der Aktienkurs von Asos stieg nach der Veröffentlichung der Zahlen um mehr als 15 Prozent.

Im Geschäftsjahr 2018/19, das am 31. August abgeschlossen wurde, belief sich der Konzernumsatz auf 2,73 Milliarden Britische Pfund (3,15 Milliarden Euro). Damit wurde das Vorjahresniveau um 13 Prozent übertroffen. Bereinigt um Wechselkursveränderungen lag die Wachstumsrate bei zwölf Prozent. Im vorangegangenen Geschäftsjahr hatte Asos noch ein Umsatzplus von 26 Prozent erzielt.

Probleme in zwei Logistikzentren belasteten das internationale Geschäft

In Großbritannien konnte Asos seine Erlöse um 15 Prozent auf 993,4 Millionen Britische Pfund steigern. Nach einem schwachen Start ins Jahr entwickelten sich die Umsätze solide, allerdings musste der Bekleidungshändler auf die allgemein schwierige Marktsituation mit zusätzlichen Rabattaktionen reagieren.

Im internationalen Geschäft wuchs der Umsatz lediglich um elf Prozent (währungsbereinigt +10 Prozent) auf 1,66 Milliarden Britische Pfund. Das lag nach Angaben des Unternehmens vor allem technischen Schwierigkeiten in zwei wichtigen Märkten. So wurde die Entwicklung in Europa lange durch Probleme bei der Einführung neuer Software im zentralen Distributionszentrum in Großbeeren bei Berlin belastet. Diese führten zu zwischenzeitlichen Lieferengpässen und höheren Kosten. Insgesamt stieg der Jahresumsatz in der Region daher nur um zwölf Prozent (währungsbereinigt +9 Prozent). Inzwischen seien die Schwierigkeiten allerdings behoben, erklärte der Einzelhändler und verwies auf ein überdurchschnittliches Umsatzplus von 17 Prozent im vierten Quartal.

In den USA verlief der Bezug des neuen Distributionszentrums in Atlanta nicht reibungslos und hatte daher negative Auswirkungen auf die Resultate. So wuchsen die Erlöse gegenüber dem Vorjahr lediglich um neun Prozent (währungsbereinigt +4 Prozent).

Der Jahresgewinn brach um rund siebzig Prozent ein

Die hohen Investitionen in die Modernisierung der Logistik und zusätzliche Kosten aufgrund der Probleme in den beiden Vertriebszentren belasteten das Ergebnis. Insgesamt stiegen die operativen Kosten im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent. Das Betriebsergebnis rutschte daher um 65,6 Prozent auf 35,1 Millionen Britische Pfund ab. Der Jahresüberschuss lag bei 24,6 Millionen Britischen Pfund (28,3 Millionen Euro) und damit um 70,1 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Das Unternehmen hofft nun, dass sich der kostspielige Ausbau der regionalen Distributionskapazitäten im aktuellen Geschäftsjahr rentieren und zu höherem Wachstum führen wird. In Zukunft sollen zudem die Investitionen konsequent auf profitable Bereiche beschränkt und Kosten in weniger erfolgreichen Geschäftsfeldern gesenkt werden. Zudem kündigte Asos Verbesserungen bei der Sortimentszusammenstellung und beim Kundenservice an. Darüber hinaus will der Konzern seine Führungsmannschaft um zahlreiche neue Posten erweitern. So sollen im Laufe des Jahres erstmals ein Chief Growth Officer, Chief Commercial Officer, Chief People Officer sowie ein Chief Strategy Officer berufen werden. Damit will das Unternehmen nach eigenen Angaben die „Tiefe und Erfahrung“ in der Geschäftsführung vergrößern.

Foto: Asos Facebook-Page

 

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