Chanel präsentiert starke Zahlen für 2019 und warnt vor Corona-Folgen

Das französische Luxusmodehaus Chanel Limited hat im Geschäftsjahr 2019 zweistellige Zuwächse beim Umsatz und Gewinn erzielt. Das geht aus dem aktuellen Geschäftsbericht hervor, den das nicht an der Börse notierte Unternehmen am Donnerstag vorlegte. Gleichzeitig warnte Finanzchef Philippe Blondiaux vor den langfristigen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie: Der Luxusgütersektor werde durch die Folgen der Krise auch „in den kommenden 18 bis 24 Monaten“ belastet, erklärte er gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Der Hauptgrund seien die anhaltenden Einschränkungen im internationalen Reiseverkehr.

Im vergangenen Jahr, das von der Corona-Krise noch nicht betroffen war, ging es für Chanel weiter aufwärts. Der Umsatz belief sich auf 12,3 Milliarden US-Dollar (10,9 Milliarden Euro) und lag damit trotz zeitweise negativer Rahmenbedingungen aufgrund der Unruhen in Hongkong und anhaltender Streikaktionen in Frankreich um 10,4 Prozent über dem Niveau von 2018. Bereinigt um Wechselkursveränderungen stiegen die Erlöse sogar um 13,0 Prozent.

Die höchsten Zuwächse erzielte Chanel im asiatisch-pazifischen Raum. Dort legte der Umsatz um 14,7 Prozent auf 5,43 Milliarden US-Dollar zu. In Europa stiegen die Erlöse um 5,9 Prozent auf 4,53 Milliarden US-Dollar, in Amerika um 9,7 Prozent auf 2,31 Milliarden US-Dollar.

Die Entwürfe der neuen Chefdesignerin Virginie Viard kommen bei den Kunden gut an

Zum deutlichen Plus trug die Fashion-Sparte mit zweistelligen Umsatzzuwächsen „in allen Regionen und Produktkategorien“ bei. Der Bereich Ready-to-Wear habe „starke Ergebnisse“ erzielt, die von den Kollektionen der neuen Chefdesignerin Virginie Viard beflügelt worden seien, erklärte Chanel in einer Mitteilung. Viard hatte die kreative Leitung der Marke nach dem Tod von Karl Lagerfeld im Februar 2019 übernommen.

Das Segment Parfüm und Kosmetik erlebte nach Angaben des Unternehmens ein „robustes Wachstum“, in der Kategorie Uhren und Schmuck wurden „beschleunigte zweistellige Zuwächse“ erzielt. Um die Geschäftsentwicklung zu fördern, hatte Chanel im Laufe des Jahres Investitionen im Volumen von 771 Millionen US-Dollar getätigt. Diese flossen vor allem in den Ausbau des eigenen Einzelhandels und IT-Projekte, mit denen neue Service-Angebote ermöglicht wurden.

Auch beim Ergebnis konnte Chanel kräftig wachsen. Der operative Gewinn stieg im Vergleich zum Vorjahr um 16,6 Prozent auf 3,50 Milliarden US-Dollar, der Jahresüberschuss lag mit 2,41 Milliarden US-Dollar (2,15 Milliarden Euro) um 11,3 Prozent über dem Niveau von 2018.

Die Corona-Krise belastet Umsatz und Ergebnis im laufenden Jahr

Im laufenden Jahr wird sich der Höhenflug allerdings nicht fortsetzen. Die Covid-19-Pandemie habe „erhebliche Auswirkungen“ auf die Geschäftsentwicklung, erklärte das Modehaus. Durch die zeitweilige Schließung von Boutiquen in allen Regionen würden sich Umsatz und Gewinn verringern. Derzeit ist Chanel dabei, seine Geschäfte in einzelnen Ländern unter Berücksichtigung der lokalen staatlichen Vorgaben wieder zu öffnen. In den bereits eröffneten Läden in Asien sei die Kundenresonanz „ermutigend“, betonte das Unternehmen.

Trotz der gegenwärtigen Probleme gibt sich Finanzchef Blondiaux optimistisch: „Auch wenn die kurzfristigen Bedingungen weiterhin schwierig sein werden, sind wir zuversichtlich, dass wir durch die Leidenschaft und die Kenntnisse unserer Teams, unsere Innovationsbilanz und unsere soliden finanziellen Fundamentaldaten gut aufgestellt sind“, erklärte er in einer Mitteilung. „Wir vertrauen weiter auf die langfristigen Möglichkeiten, unsere Position als eine der weltweit prominentesten und innovativsten Marken zu stärken.“

Foto: Chanel Facebook-Page

 

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