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Dank starker Geschäfte in Asien: Sandro-Mutter SMCP bremst Abwärtstrend

Von Jan Schroder

27. Okt. 2020

Business

Der französische Bekleidungskonzern SMCP SAS konnte seinen Umsatzschwund in den vergangenen Monaten deutlich verlangsamen. Nachdem die Erlöse in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2020 noch um 31 Prozent eingebrochen waren, hielten sich die Einbußen im dritten Quartal dank kräftiger Zuwächse in Asien in Grenzen. Das geht aus einem Zwischenbericht hervor, den die Muttergesellschaft der Marken Sandro, Maje, Claudie Pierlot und De Fursac am Montag vorlegte.

Der Konzern kam demnach in den Monaten Juli bis September auf einen Umsatz in Höhe von 248,4 Millionen Euro. Damit lag er um 9,5 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresquartals. Auf organischer Basis – also bereinigt um Wechselkursveränderungen und den Umsatzanteil des im vergangenen Jahr übernommenen Labels De Fursac – sanken die Erlöse um 10,6 Prozent.

CEO Lalonde: Aktuellen Quartalszahlen sind „sehr ermutigend“

Kräftig aufwärts ging es zuletzt wieder im asiatisch-pazifischen Raum: Dort steigerte SMCP seinen Quartalsumsatz um 10,9 Prozent (organisch +13,8 Prozent) auf 65,7 Millionen Euro. Dieser Zuwachs konnte Umsatzverluste in den übrigen Märkten aber nicht kompensieren: In Frankreich schrumpften die Erlöse um 2,6 Prozent (organisch -8,3 Prozent) auf 89,5 Millionen Euro, in den übrigen Staaten der Region EMEA, die Europa, den Nahen Osten und Afrika umfasst, gingen sie um 20,1 Prozent (organisch -20,6 Prozent) auf 69,8 Millionen Euro zurück. Der Umsatz in Amerika lag bei 23,4 Millionen Euro und damit um 35,1 Prozent (organisch -32,2 Prozent) unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

„Unsere Resultate im dritten Quartal sind sehr ermutigend“, resümierte CEO Daniel Lalonde in einer Mitteilung. „Besonders zufrieden bin ich mit unseren Zahlen in Festlandchina, einem Markt, der zweifellos unser zukünftiges Wachstum entscheidend vorantreiben wird.“ Lalonde mahnte aber auch zur Vorsicht: Angesichts der sich weltweit wieder verschärfenden Covid-19-Pandemie sei die Entwicklung in den kommenden Quartalen nur schwer einzuschätzen.

SMCP stellt Wachstumsstrategie für die kommenden Jahre vor

Im Rahmen einer Investorenkonferenz stellte das Unternehmen zudem seine strategischen Prioritäten und Ergebnisziele für die kommenden Jahre vor. Neben der stärkeren Ausrichtung auf digitale Vertriebskanäle und Omnichanel-Angebote kündigte der Konzern an, seine Investitionen auf den besonders wachstumsträchtigen APAC-Raum und den Schlüsselmarkt China zu konzentrieren. Auf diese Weise soll der Anteil der Region am Gesamtumsatz bis 2025 auf fünfzig Prozent gesteigert werden.

Darüber hinaus sollen unter anderem die Kollektionen der Konzernmarken gestrafft, die Marketingausgaben erhöht und übergreifende Modelle für das Management der globalen Lagerbestände und die Bedarfsplanung eingeführt werden. Mit diesen Maßnahmen will der Bekleidungsanbieter seinen Umsatz im Jahr 2023 währungsbereinigt um zehn Prozent gegenüber 2019 steigern. Für den Zeitraum von 2023 bis 2025 wird ein jährliches Wachstum um mindestens sechs Prozent angestrebt.

Gleichzeitig plant SMCP, sowohl online als auch stationär zu expandieren. Der Anteil des E-Commerce am Gesamtumsatz soll bis 2025 auf ein Viertel gesteigert werden. Für das laufende Jahr plant das Unternehmen zudem, sein weltweites Store-Netzwerk um etwa zwanzig Standorte zu erweitern. Zwischen 2021 und 2025 soll es jährlich sogar um dreißig bis fünfzig Läden wachsen.

Foto: Sandro Facebook-Page