Deutsche Schuhindustrie muss Umsatzrückgang hinnehmen

Am Montag präsentierte der Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie e.V. (HDS/L) im Rahmen einer Pressekonferenz auf der Düsseldorfer Fachmesse Gallery Shoes die Geschäftszahlen der deutschen Schuhhersteller für das Jahr 2019. Demnach sank der Gesamtumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Prozent auf 2,89 Milliarden Euro. „Nach einer mehrjährigen Wachstumsphase drehte die Umsatzentwicklung erstmals wieder ins Minus“, räumte Carl-August Seibel, der Vorsitzende des HDS/L, in seinem Statement ein.

Im Inland hielt sich der Rückgang in Grenzen: Dort schrumpften die Erlöse der deutschen Schuhhersteller lediglich um 1,8 Prozent auf 2,40 Milliarden Euro. Deutlicher abwärts ging es im Auslandsgeschäft, in dem der Umsatz um 6,8 Prozent auf 491 Millionen Euro absackte.

Höhere Rabatte, milder Winter und Online-Konkurrenz belasteten die Branche

Laut Seibel liegen die größte Herausforderungen der Schuhindustrie derzeit „in der zunehmenden Bedeutung des Online-Handels, in immer mehr um sich greifenden Rabattaktionen, in der anhaltend nachlassenden Kundenfrequenz im stationären Handel und – wohl bedingt durch den Klimawandel – im praktisch ausgefallenen Winter“. Hinzu komme aktuell die Ausbreitung des Coronavirus, deren Auswirkungen „noch nicht absehbar“ seien.

Trotz aller Probleme und Unsicherheiten sei die Branche aber hinsichtlich der Entwicklung im laufenden Jahr „insgesamt zuversichtlich“, betonte Seibel. Der „für die deutsche Schuhindustrie besonders wichtige Inlandsmarkt“ sei „von einer anhaltenden starken Konsumlaune geprägt“. Zudem würden „die durch das Coronavirus verursachte Kaufzurückhaltung sowie der ausgebliebene Winter eher zu einem Nachholeffekt führen“, erklärte der Verbandsvorsitzende.

Positiv wertete Seibel zudem, dass die Zahl der Beschäftigten in der Branche im vergangenen Jahr um zwei Prozent auf 15.708 gesteigert wurde. „Die qualifizierten Mitarbeiter werden auch in einer solchen herausfordernden Phase gehalten, da es nach wie vor für die deutschen Schuhhersteller schwierig ist, Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt zu finden und zu gewinnen“, erläuterte er.

Bild: Gallery Shoes

 

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