Hugo Boss schwächelt in Deutschland und den USA

Der deutsche Bekleidungskonzern Hugo Boss AG hat am Donnerstag durchwachsene Zahlen für das zweite Quartal 2019 vorgelegt. Während der Umsatz in China und anderen asiatischen Märkten kräftig wuchs, ging er in Deutschland und Nordamerika zurück. Auch der Nettogewinn verfehlte das Vorjahresniveau. So entschied sich der Vorstand, die Jahresprognosen vorsichtiger zu formulieren.

Der Konzernumsatz belief sich im zweiten Vierteljahr auf 675 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahresquartal stieg er damit um drei Prozent. Bereinigt um Wechselkursveränderungen lag die Wachstumsrate bei zwei Prozent. Erfreulich entwickelten sich die Geschäfte im asiatisch-pazifischen Raum: Dort wurden die Erlöse um zehn Prozent (währungsbereinigt +8 Prozent) auf 110 Millionen Euro verbessert. Im wichtigen Wachstumsmarkt China stieg der Umsatz währungsbereinigt um sieben Prozent, in Japan und Südostasien wuchs er jeweils um einen zweistelligen Prozentsatz.

In Deutschland und Nordamerika sanken die Umsätze

Weniger gut sah es in anderen Regionen aus. So gingen die Erlöse in Deutschland um fünf Prozent zurück. Zuwächse in Frankreich und Großbritannien trugen allerdings dazu bei, dass der Umsatz in Europa insgesamt um zwei Prozent auf 408 Millionen Euro stieg. In Amerika kam Hugo Boss auf Erlöse in Höhe von 139 Millionen Euro und übertraf das Vorjahresniveau damit um zwei Prozent. Währungsbereinigt ging der Umsatz allerdings um drei Prozent zurück. Das lag vor allem an der anhaltende schwachen Entwicklung in den USA und Kanada, wo die Erlöse währungsbereinigt um jeweils fünf Prozent sanken. Erfolgreicher war der Konzern in Lateinamerika. Dort wurde ein währungsbereinigtes Plus „im hohen einstelligen Prozentbereich“ erzielt.

Dank kräftiger Zuwächse in Asien stiegen die Erlöse im eigenen Einzelhandel um vier Prozent (währungsbereinigt +3 Prozent) auf 460 Millionen Euro. Im Großhandelsgeschäft lagen sie bei 197 Millionen Euro und damit um ein Prozent über dem Vorjahresniveau. Bereinigt um Wechselkursveränderungen blieben sie stabil. Die Lizenzeinnahmen wuchsen um acht Prozent auf 18 Millionen Euro.

Der Quartalsüberschuss ging leicht zurück

Die Rohertragsmarge fiel mit 66,0 Prozent etwas niedriger aus als im Vergleichsquartal, als sie bei 66,9 Prozent gelegen hatte. Dafür stiegen die Betriebsausgaben weniger stark als der Umsatz. So wurde das operative Ergebnis um zwei Prozent auf 76 Millionen Euro verbessert. Das Konzernergebnis sank vor allem Aufgrund der erstmaligen Anwendung des Rechnungslegungsstandards IFRS 16 um sieben Prozent auf 50 Millionen Euro. Bereinigt um die Folgen der Umstellung verfehlte es den Vorjahreswert lediglich um ein Prozent.

Die Prognosen für das Gesamtjahr wurden grundsätzlich bestätigt. Allerdings erwartet der Vorstand jetzt nur noch, „das untere Ende der bestehenden Umsatz- und Ergebnisprognose zu erreichen“. Die sieht ein währungsbereingtes Umsatzwachstum „im mittleren einstelligen Prozentbereich“ und eine Ergebnisverbessrung um einen hohen einstelligen Prozentsatz vor, wobei die Effekte der Anwendung von IFRS 16 nicht berücksichtigt sind.

Die Umsatzprognose für die Region Amerika wurde gesenkt

Mit der nun vollzogenen Einschränkung trage der Konzern „vor allem dem schwierigen Branchenumfeld im US-Markt Rechnung“, heißt es in einer Mitteilung. So rechnet das Management nun nicht mehr mit einem kleinen währungsbereinigten Zuwachs in der Gesamtregion Amerika sondern mit einem leichten Rückgang. Die Umsatzprognosen für Europa und Asien blieben unverändert.

Trotz der Probleme in Nordamerika soll es in den kommenden Monaten bei Hugo Boss aber insgesamt wieder stärker aufwärts gehen: Er erwarte für das zweite Halbjahr „eine deutliche Beschleunigung der Umsatz- und Ergebnisentwicklung“, erklärte CEO Mark Langer in einer Mitteilung.

Foto: Boss Facebook-Page

 

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