Lenzing macht 2019 weniger Umsatz und Gewinn

Der österreichische Faserproduzent Lenzing AG musste im Geschäftsjahr 2019 den widrigen Rahmenbedingungen Tribut zollen. „Lenzing und die gesamte textile Wertschöpfungskette agierten 2019 in einem historisch schwierigen Marktumfeld, welches unsere Umsatzentwicklung und Ertragslage beeinträchtigt hat“, räumte Vorstandschef Stefan Doboczky am Donnerstag anlässlich der Veröffentlichung der Jahresresultate ein. Überraschend kam die Entwicklung nicht: Die endgültigen Zahlen entsprachen vorläufigen Eckdaten, die das Unternehmen Ende Januar veröffentlicht hatte.

Demnach sank der Umsatz von Lenzing gegenüber 2018 um 3,3 Prozent auf 2,11 Milliarden Euro. „Die Ursachen dafür lagen primär in den niedrigeren Faserverkaufspreisen und in einem leichten Rückgang der Absatzmenge für Standardfasern“, erläuterte das Unternehmen in einer Mitteilung. Fortschritte machte Lenzing beim gezielten Ausbau des erfolgsträchtigen Geschäfts mit Spezialfasern: Dessen Anteil am Gesamtumsatz wuchs im Vergleich zum Vorjahr von 45,5 auf 51,6 Prozent.

Trotzdem musste der Konzern 2019 einen Gewinnrückgang hinnehmen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) schrumpfte um 14,4 Prozent auf 326,9 Millionen Euro, der Nettogewinn sank sogar um 22,4 Prozent auf 114,9 Millionen Euro. Die Ergebnisentwicklung sei „weitgehend vom Rückgang der Umsatzerlöse, aber auch von negativen Währungseffekten auf Material- und Personalkosten beeinflusst“ worden, teilte das Unternehmen mit.

Konzernchef Doboczky gab sich hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung zuversichtlich: „Wir sehen uns mit unserer Unternehmensstrategie sehr gut positioniert“, erklärte er. Der Faserhersteller sei „aufgrund seiner Spezialitätenstrategie und seiner starken Marken basierend auf Innovation und nachhaltigem Handeln deutlich resilienter als noch vor einigen Jahren“, betonte das Unternehmen. So sollen die bereits eingeleiteten „strategischen Investitionsprojekte“ ab 2022 „einen signifikanten Ergebnisbeitrag liefern“.

Was die Prognosen für das laufende Jahr angeht, blieb der Konzern aber zurückhaltend. „Die Nachfrage auf den globalen Fasermärkten ist derzeit wegen der Ausbreitung des Coronavirus, das insbesondere in China weite Teile der textilen Wertschöpfungskette lahmlegt, schwer prognostizierbar“, räumte Lenzing ein.

Foto: Lenzing AG, Fotograf: Franz Neumayr

 

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