Ludwig Beck: Trennung von Wormland sorgt für hohen Halbjahresverlust

Der Münchener Einzelhändler Ludwig Beck hat das erste Halbjahr 2019 mit tiefroten Zahlen abgeschlossen. Das lag vor allem an Einmalbelastungen, die sich aus dem Verkauf der Tochter Wormland Ende April ergaben. Der Umsatz aus fortgeführten Geschäftsbereichen sei leicht zurückgegangen, teilte das Unternehmen am Donnerstag in einem Zwischenbericht mit.

Ludwig Beck erwirtschaftete demnach in den verbliebenen Geschäftsteilen einen Bruttoumsatz in Höhe von 41,0 Millionen Euro. Damit verfehlte er aufgrund eines Rückgangs im zweiten Quartal das Vorjahresniveau um 0,7 Prozent. Der Nettoumsatz sank von 34,7 auf 34,5 Millionen Euro. Auch das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) war leicht rückläufig: Es sank von 0,8 auf 0,7 Millionen Euro. Nach Angaben des Unternehmens beeinflussten die Folgen der erstmaligen Anwendung des Rechnungslegungsstandards IFRS 16 sowie Ausgaben für Beratungsleistungen im Rahmen des Wormland-Verkaufs in Höhe von 0,5 Millionen Euro die Ergebnisentwicklung. So ergab sich für die fortgeführten Geschäftsbereiche ein Fehlbetrag nach Steuern in Höhe von 0,2 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2018 war hier noch ein Überschuss von 0,5 Millionen Euro erzielt worden.

Belastungen infolge des Wormlandung-Verkaufs drücken das Ergebnis um 17 Millionen Euro

Der ausgewiesene Halbjahresverlust des Konzerns, in dem auch die Ergebnisbeiträge von Wormland berücksichtigt wurden, fiel deutlich höher aus: Er lag bei 17,2 Millionen Euro. Insgesamt sorgte der Verkauf des Herrenausstatters für Belastungen in Höhe von 17,0 Millionen Euro. Diese setzten sich nach Angaben des Unternehmens aus einer Verkäuferzuzahlung in Höhe von 11,5 Millionen Euro und dem „abgegangenen Eigenkapital des Wormland Teilkonzerns“ in Höhe von 5,5 Millionen Euro zusammen.

Nach dem Verkauf von Wormland sieht sich das Unternehmen nun besser aufgestellt: Durch die „straffe Fokussierung auf das angestammte Kerngeschäft“, dessen Zentrum das Stammhaus am Münchener Marienplatz bildet, habe der Einzelhändler „entscheidend an Schlagkraft gewonnen“, heißt es im Halbjahresbericht. „Die in 2019 umgesetzten Entscheidungen bilden jetzt die Basis, um in Zukunft wieder profitabel wirtschaften zu können“, ergänzte Vorstand Dieter Münch. „Erklärtes Ziel des Managements ist es, Ludwig Beck als eines der führenden europäischen Modekaufhäuser in Europa dauerhaft im Markt zu verankern.“

Für das Gesamtjahr rechnet das Management mit einem Umsatz aus fortgeführten Geschäftsbereichen in Höhe von 94 bis 98 Millionen Euro. Der Gewinn vor Steuern soll hier vier bis fünf Millionen Euro erreichen.

Foto: Ludwig Beck AG

 

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