Noch höherer Verlust: Gerry Weber korrigiert vorläufige Zahlen

Anfang Dezember hatte der Bekleidungskonzern Gerry Weber International AG vorläufige Zahlen für das am 31. Oktober abgeschlossene Geschäftsjahr 2017/18 veröffentlicht. Am Montag musste das kriselnde Unternehmen nun einräumen, dass der Verlust im vergangenen Jahr noch höher war als ursprünglich angenommen. Der Grund sind zusätzliche Abschreibungen bei der Tochter Hallhuber und im eigenen Einzelhandel.

Nach „Vorlage einer neuen Geschäftsplanung des Segments Hallhuber sowie in Folge einer notwendigen Anpassung der Wertansätze für die dem Segment Retail zuzuordnenden Landesgesellschaften in Norwegen und Finnland“ sei ein „Wertberichtigungsbedarf in Höhe von insgesamt 44,2 Millionen Euro“ festgestellt worden, erklärte der Konzern in einer Ad-hoc-Mitteilung. Der „weit überwiegende Teil“ dieser Summe betreffe die Sparte Hallhuber.

Der Konzern erwartet nun einen operativen Fehlbetrag von rund 192 Millionen Euro

Aufgrund der neuen Erkenntnisse fiel der operative Jahresverlust der Unternehmensgruppe deutlich höher aus, als zuletzt kommuniziert worden war. Die Summe der außerplanmäßigen Abschreibungen und Wertberichtigungen beläuft sich nun auf 113,5 Millionen Euro, nachdem in den vorläufigen Zahlen lediglich 69,3 Millionen Euro berücksichtigt worden waren. Damit musste der Konzern im vergangenen Jahr einen Fehlbetrag vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von 192,3 Millionen Euro verbuchen. Anfang Dezember war er von 148,1 Millionen Euro ausgegangen. Im Geschäftsjahr 2016/17 hatte Gerry Weber noch einen Betriebsgewinn in Höhe von 10,3 Millionen Euro erzielt.

„Uns ist bewusst, dass die Anpassung unserer vorläufigen Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2017/18 für Irritationen sorgen könnte“, erklärte Chief Restructuring Officer Florian Frank „Uns ist es aber wichtig, in voller Transparenz und Konsequenz unmittelbar auf Änderungen zu reagieren, um damit für die Zukunft des Unternehmens ein starkes und vertrauensvolles Fundament zu legen.“

Beim um nicht zahlungswirksame Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen, außerplanmäßige Abschreibungen und Wertberichtigungen sowie Beratungskosten bereinigten EBIT ergaben sich keine Änderungen gegenüber den vorläufigen Zahlen: Hier geht der Konzern also weiterhin von einem Fehlbetrag in Höhe von 15,5 Millionen Euro aus. Seine endgültige Jahresbilanz wird Gerry Weber am 28. Februar vorlegen.

Foto: Gerry Weber
 

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