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René Lezard: Abstimmung der Anleihegläubiger scheitert an mangelnder Beteiligung

Der Bekleidungshersteller René Lezard Mode GmbH muss einen zweiten Anlauf bei den Bemühungen nehmen, seinen Anleihegläubiger zu weiteren Zugeständnissen zu bewegen. Eine Abstimmung ohne Versammlung über Änderungen an den Konditionen der Anleihe, die in der vergangenen Woche durchgeführt wurde, war aufgrund mangelnder Beteiligung nicht beschlussfähig. Die Abstimmung habe „nicht die erforderliche Teilnahme von mindestens 50 Prozent der ausstehenden Teilschuldverschreibungen“ aufgewiesen, erklärte das Unternehmen. Nun werde „umgehend“ eine zweite Gläubigerversammlung einberufen.

Die Zeichner der Anleihe sollten unter anderem eine Verlängerung der Stundung von fälligen Zinszahlungen beschließen. Bereits im November hatten sie einem Aufschub bis zum 31. März zugestimmt, nun soll die Frist bis zum 31. Mai verlängert werden. Außerdem sollten sie einwilligen, bis Ende Mai auf bestimmte Kündigungsrechte zu verzichten. In der vergangenen Woche fanden sich aber nicht genügend Gläubiger bereit, diesen Maßnahmen ihre Zustimmung zu erteilen.

Die Zeichner der Unternehmensanleihe sollen nun auf einer zweiten Gläubigerversammlung weitere Zugeständnisse beschließen

Eine ähnliche Hängepartie bei seinen finanziellen Restrukturierungsbemühungen hatte René Lezard bereits im Herbst erlebt. Auch damals hatten die Anleihegläubiger erst im zweiten Anlauf unter anderem jene Zugeständnisse gemacht, die nun zeitlich noch einmal verlängert werden sollen. Die Änderungen bei den Konditionen der Anleihe sind ein Bestandteil des umfassenden Refinanzierungskonzepts, an dem das Unternehmen seit Monaten arbeitet. Das ist nötig, weil die aktuellen Bankenfinanzierungen im Frühjahr auslaufen werden. Eigentlich sollte in den Plänen ein neuer Investor die Schlüsselrolle übernehmen und die langfristige Finanzierung sicherstellen. Der schon sicher geglaubte Geldgeber sprang allerdings im November kurzfristig ab. Seither ist das Unternehmen auf der Suche nach einem neuen Investor.

Auch im Tagesgeschäft lief es für René Lezard zuletzt nicht rund. In der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2016/17 sank der Umsatz um rund sechs Prozent, der operative Fehlbetrag fiel höher aus als im Vorjahreszeitraum. Wie viele andere Unternehmen aus der Bekleidungsbranche haderte auch René Lezard mit den „ungewöhnlich milden Temperaturen im September“, die für einen schwachen Start in die Wintersaison und enttäuschende Geschäfte in den eigenen Boutiquen verantwortlich gemacht wurden.

Foto: René Lezard