René Lezard muss Insolvenz anmelden

Die Pleitewelle unter deutschen Mittelständlern aus der Bekleidungsbranche hat ihr nächstes Opfer gefunden: Am Dienstag kündigte die René Lezard Mode GmbH in einer Ad-Hoc-Mitteilung an, unverzüglich einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu stellen. Damit zog der Bekleidungsanbieter die Konsequenz aus dem erneuten Scheitern seines Refinanzierungskonzepts.

„Im Rahmen des laufenden Restrukturierungsprozesses hat ein Investor, mit dem sich die René Lezard Mode GmbH in fortgeschrittenen Verhandlungen über Teile der Finanzierung der laufenden Restrukturierung befand, die Verhandlungen abgebrochen“, heißt es in der Mitteilung.

Das Unternehmen plant nun „die Fortführung der Sanierung im Schutzschirmverfahren“

Die Geschäftsführung wolle nun die laufenden Sanierungsbemühungen im Rahmen eines sogenannten Schutzschirmverfahrens nach Paragraph 270b der Insolvenzordnung fortsetzen, erklärte das Unternehmen. Im Rahmen eines solchen Verfahrens kann das Management unter Aufsicht eines Sachwalters die Geschäfte fortführen. Auch andere Unternehmen aus der Branche, die in Zahlungsschwierigkeiten geraten waren, hatten sich in den vergangenen Monaten für diese Lösung entschieden, darunter der Bekleidungshändler Wöhrl und das Modehaus Laurèl.

René Lezard hatte sich seit Monaten bemüht, ein Refinanzierungskonzept für seine auslaufende Bankenfinanzierung auf die Beine zu stellen. Eine Schlüsselrolle war dabei einem Investor zugedacht, der die bestehenden Verbindlichkeiten übernehmen sollte. Aber bereits im vergangenen Herbst hatten die Bemühungen einen empfindlichen Rückschlag erlitten, als ein erster potenzieller Investor kurzfristig abgesprungen war. Im Rahmen der Sanierungsbemühungen hatte das Unternehmen die Zeichner einer Unternehmensanleihe mehrfach um weitreichende Zugeständnisse ersucht. Der Ausstieg eines weiteren potenziellen Geldgebers führte nun zur Insolvenz.

Foto: René Lezard
 

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