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Richemont: Jahresumsatz sinkt, Gewinn steigt

Von Jan Schroder

21. Mai 2021

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Der schweizerische Luxusgüter- und Handelskonzern Compagnie Financière Richemont SA hat das Geschäftsjahr 2020/21 mit einem Umsatzrückgang abgeschlossen. Kräftige Zuwächse in China konnten Einbußen in anderen, stärker von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie betroffenen Märkten nicht vollständig ausgleichen. Dank höherer Finanzeinnahmen fiel der Nettogewinn aber deutlich höher aus als im Vorjahr. Das geht aus einem Geschäftsbericht hervor, den das Unternehmen am Freitag veröffentlichte.

Im Ende März abgeschlossenen Geschäftsjahr belief sich der Konzernumsatz von Richemont demnach auf 13,1 Milliarden Euro. Damit lag er um acht Prozent (währungsbereinigt -5 Prozent) unter dem Niveau des Vorjahres. Nachdem die Erlöse in der ersten Jahreshälfte aufgrund der ersten Corona-Welle um 26 Prozent (währungsbereinigt -25 Prozent) abgerutscht waren, erlebte das Unternehmen im zweiten Halbjahr eine deutliche Erholung (+12 Prozent, währungsbereinigt +17 Prozent). Im Schlussquartal stieg der Umsatz sogar um dreißig Prozent (währungsbereinigt +36 Prozent).

Kräftige Zuwächse in China können Umsatzeinbußen in Europa und Amerika nicht ausgleichen

Positiv entwickelten sich die Geschäfte im asiatisch-pazifischen Raum (ohne Japan), in dem der Jahresumsatz dank kräftiger Zuwächse in China um 19 Prozent (währungsbereinigt +22 Prozent) auf 5,94 Milliarden Euro gesteigert wurde. In den übrigen Marktregionen verfehlten die Umsätze hingegen das Vorjahresniveau: In Europa schrumpften sie um 31 Prozent (währungsbereinigt -30 Prozent) auf 2,96 Milliarden Euro, in Amerika um 15 Prozent (währungsbereinigt -10 Prozent) auf 2,39 Milliarden Euro und in Japan um 22 Prozent (währungsbereinigt -21 Prozent) auf 940 Millionen Euro. Im Nahen Osten und Afrika gingen die Erlöse um ein Prozent auf 924 Millionen Euro zurück, bereinigt um Wechselkursveränderungen stiegen sie um vier Prozent.

Von den einzelnen Konzernsegmenten konnte nur die Schmucksparte ein kleines Umsatzplus erzielen: Ihre Erlöse stiegen dank kräftiger Zuwächse in Asien, dem Nahen Osten und Afrika um drei Prozent auf 7,46 Milliarden Euro. Im Uhrensegment sank der Umsatz um 21 Prozent auf 2,25 Milliarden Euro, die zur Unternehmensgruppe gehörenden Onlinehändler wie Yoox und Net-A-Porter mussten aufgrund von zeitweiligen Beschränkungen in ihren Logistikzentren einen Rückgang um neun Prozent auf 2,20 Milliarden Euro hinnehmen. Die übrigen Geschäftsbereiche, zu denen auch die Modelabels Chloé und Alaïa gehören, kamen zusammen auf Erlöse in Höhe von knapp 1,35 Milliarden Euro und lagen damit um 25 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Weil der Konzern seine Betriebskosten im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent senken konnte, ging der operative Gewinn lediglich um drei Prozent auf 1,48 Milliarden Euro zurück. Deutlich höhere Finanzerträge sorgten dafür, dass der ausgewiesene Jahresüberschuss um 38 Prozent auf 1,29 Milliarden Euro zulegte.

Der Konzern will Marktplatzmodelle bei seinen Onlinehändlern Yoox und Net-A-Porter einführen

Aufgrund der anhaltenden Unsicherheiten hinsichtlich des weiteren Verlaufs der Covid-19-Pandemie verzichtete der Konzern auf konkrete Prognosen für das laufende Geschäftsjahr. Konzernchef Johann Rupert kündigte in einem Statement aber „entschiedene Maßnahmen“ zur Weiterentwicklung der Geschäfte an. Dabei liege der Fokus auf „Digitalinitiativen, stärkerer Kundenorientierung und dem Abschluss strategischer Partnerschaften“.

Konkret plant Richmont, seine Online-Handelsplattformen um Marktplatzkomponenten zu erweitern und so in neue „Hybridmodelle“ umzuwandeln. So soll das Angebot von Net-A-Porter und Mr Porter künftig durch „E-Concessions mit Top-Marken“ bereichert werden. Bei Yoox werde ein Online-Marktplatz ab dem Beginn des Kalenderjahres 2022 das bisherige Sortiment ergänzen und so für „größere Auswahl und neue Produktkategorien sorgen“, erklärte Rupert.

Foto: ©Richemont