Ted Baker: Lockdown lässt Umsatz um 55 Prozent einbrechen

Die Auswirkungen der Corona-Krise haben die Geschäfte des britischen Bekleidungsanbieter Ted Baker Plc. in den vergangenen Wochen schwer belastet. Immerhin fielen die vorläufigen Zahlen, die das Unternehmen am Dienstag anlässlich seiner Jahreshauptversammlung vorlegte, nicht ganz so schlecht aus, wie im Vorfeld befürchtet worden war.

In den elf Wochen vor dem 18. Juli erwirtschaftete Ted Baker demnach einen Umsatz in Höhe von 60,9 Millionen Britischen Pfund (67,6 Millionen Euro). Gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutete das einen Rückgang um 55 Prozent. Aufgrund der wochenlangen Ladenschließungen zum Schutz gegen die Covid-19-Pandemie sackten die Erlöse in den stationären Stores um 79 Prozent auf 15,8 Millionen Britische Pfund ab.

Kräftig aufwärts ging es hingegen im Online-Geschäft, dessen Umsatz um 35 Prozent (währungsbereinigt +34 Prozent) auf 35,2 Millionen Britische Pfund wuchs. Insgesamt gingen die Retail-Erlöse damit um fünfzig Prozent auf 51,0 Millionen Britische Pfund zurück. Im Großhandelsgeschäft brach der Umsatz um 75 Prozent auf 7,4 Millionen Britische Pfund ein, die Lizenzeinnahmen schrumpften um 29 Prozent auf 2,5 Millionen Britische Pfund.

Das Unternehmen hatte noch stärkere Einbußen erwartet

Trotz der hohen Einbußen wertete das Management die aktuellen Zahlen positiv: Sie seien besser ausgefallen, als in einem Anfang Juni vorgelegten Krisenszenario prognostiziert worden war, erklärte das Unternehmen in einer Mitteilung. Vor allem der deutliche Zuwachs im Online-Geschäft habe die Erwartungen übertroffen.

Zufrieden zeigte sich die Unternehmensführung auch mit den ersten Effekten des ebenfalls im Juni vorgestellten Sanierungskonzepts „Ted's Formula for Growth“. Es sieht einschneidende Sparmaßnahmen und Strukturveränderungen vor und soll bei dem seit Längerem kriselnden Bekleidungsanbieter im Laufe von drei Jahren wieder für profitables Wachstum sorgen.

So wurden unter anderem bereits Stellenstreichungen in der Zentrale und den eigenen Stores eingeleitet, mit denen die jährlichen Personalkosten künftig um insgesamt 27 Millionen Britische Pfund gesenkt werden sollen. Presseberichten zufolge wird Ted Baker im Rahmen des Sanierungsplans über 500 Arbeitsplätze abbauen. Zudem gelang es nach Angaben des Unternehmens, günstigere Mietverträge für eigene Läden auszuhandeln und damit die Profitabilität zu steigern. Gleichzeitig wurden die Lieferketten für zukünftige Kollektionen straffer und effizienter gestaltet.

Konzernchefin Osborne sieht „frühe Erfolge“ des laufenden Sanierungskonzepts

CEO Rachel Osborne zeigte sich über die „frühen Fortschritten“ bei der Umsetzung des Restrukturierungskonzepts erfreut. „Unsere Leistung ist ermutigend“, erklärte sie, mahnte aber auch zur Geduld: „Wir haben in den kommenden zwölf Monaten vor dem Hintergrund erheblicher Unsicherheiten in der Welt eine beträchtliche Menge an Arbeit zu erledigen“.

Insgesamt gab sich die Konzernchefin zuversichtlich: „Trotz allem hat die Marke eine aufregende Zukunft vor sich, und ich freue mich mit vorsichtigem Optimismus darauf, dass die derzeit in allen Geschäftsbereichen laufenden Maßnahmen in den nächsten zwölf Monaten Früchte tragen werden“, so Osborne.

Foto: Ted Baker

 

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