Umsatzplus im ersten Halbjahr: Prada setzt weiter auf Reformen

Das italienische Luxusmodehaus Prada SpA hat seinen Umsatz in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2019 leicht verbessert. Das geht aus einem Zwischenbericht hervor, den das Unternehmen am Donnerstag vorlegte. Der operative Gewinne schrumpfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, das Nettoergebnis wurde hingegen deutlich gesteigert.

Der Halbjahresumsatz belief sich auf 1,57 Milliarden Euro und legte damit um zwei Prozent zu. Bereinigt um Wechselkursveränderungen erreichte er das Vorjahresniveau. Solide entwickelten sich die Erlöse in Europa: Sie wuchsen um sechs Prozent (währungsbereinigt +7 Prozent) auf 598 Millionen Euro. Im Großhandelsgeschäft wuchsen die Umsätze aufgrund der Zusammenarbeit mit namhaften Online-Händlern. Im eigenen Einzelhandel erzielte Prada ein Plus mit nicht preisreduzierten Waren im mittleren einstelligen Prozentbereich.

Die Proteste in Hongkong belasten die Umsatzentwicklung

In anderen Märkten profitierte das Unternehmen von günstigen Wechselkursveränderungen. So stiegen die Erlöse in Amerika um sechs Prozent auf 216 Millionen Euro. Währungsbereinigt stagnierten sie auf Vorjahresniveau. In Japan wuchs der Umsatz um fünf Prozent (währungsbereinigt -1 Prozent) auf 181 Millionen Euro, im Nahen Osten um ein Prozent (währungsbereinigt -5 Prozent) auf 51 Millionen Euro. Abwärts ging es hingegen in der wichtigen Region Fernost. Dort sanken die Erlöse um vier Prozent (währungsbereinigt -6 Prozent) auf 499 Millionen Euro. Das Modehaus machte dafür Umsatzverluste infolge der anhaltenden Proteste in Hongkong verantwortlich. In Festlandchina sei der Trend hingegen „positiv“ gewesen.

Im eigenen Einzelhandel verfehlte der Umsatz mit 1,23 Milliarden Euro das Vorjahresniveau knapp (-0,4 Prozent). Währungsbereinigt sank er um drei Prozent. Begründet wurde der Rückgang mit der strategischen Einschränkung von Rabattaktionen. Prada plant, künftig komplett auf Ausverkäufe zu verzichten Die Retail-Erlöse mit nicht preisreduzierten Produkten seien im ersten Halbjahr gestiegen, erklärte das Unternehmen. .

Eine Steuergutschrift lässt den Halbjahresgewinn kräftig steigen

Im Großhandelsgeschäft wuchs der Umsatz um 15 Prozent (währungsbereinigt +14 Prozent) auf 314 Millionen Euro. Das lag nach Angaben des Unternehmens an erfolgreichen Partnerschaften mit Online-Handelsplattformen und der Tatsache, dass geplante Rationalisierungsmaßnahmen in diesem Segment in den vergangenen Monaten noch keine Auswirkungen hatten.

Die Bruttomarge ging im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018 leicht zurück. Höhere Erlöse mit nicht preisreduzierten Waren konnten den niedrigeren Anteil des eigenen Einzelhandels am Gesamtumsatz nicht kompensieren. Weil das Unternehmen zudem höhere Marketingausgaben tätigte, sank das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 13 Prozent auf 150 Millionen Euro. Eine Steuergutschrift aufgrund der Anwendung der Patentbox-Regelung ließ den Halbjahresüberschuss allerdings um 57 Prozent auf 155 Millionen Euro steigen.

Das Modehaus will sein Reformprogramm fortsetzen und Ausverkäufe abschaffen

In den kommenden Monaten will das Unternehmen sein strategisches Reformprogramm weiter vorantreiben. Zu den geplanten Maßnahmen gehören neben der Abschaffung von Rabattaktionen im eigenen Einzelhandel auch Veränderungen im Großhandelsgeschäft. Dort sollen die Beziehungen zu Handelspartnern einer „Bewertung und Rationalisierung“ unterzogen werden. Ziel ist vor allem eine stärkere Kontrolle der Preispolitik in allen Vertriebskanälen. Zudem will das Unternehmen sein Sortiment optimieren und die Möglichkeiten der Datenanalyse konsequenter nutzen.

„Die Umsetzung dieses Programms ist ein notwendiger Schritt, um nachhaltige Umsatz- und Margenzuwächse zu erreichen“, betonte CEO Patrizio Bertelli in einer Mitteilung. Die angekündigten Maßnahmen seien vom Markt „gut angenommen“ worden. Das habe die jüngste Umsatzverbesserung mit nicht preisreduzierten Waren „in den wichtigen Marktregionen und Produktkategorien“ bewiesen, so Bertelli.

Foto: Prada Facebook-Page

 

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