Transformation geglückt? Prada meldet kräftiges Gewinnwachstum

Der italienische Luxusmodekonzern Prada SpA hat magere Zeiten hinter sich. Nach einigen Umstrukturierungen ist er nun aber wieder auf Wachstumskurs: Im ersten Halbjahr 2018 konnte er seinen Umsatz trotz widriger Währungseffekte verbessern. Der Nettogewinn wuchs sogar zweistellig. CEO Patrizio Bertelli bezeichnete die aktuellen Zahlen als „sehr befriedigend“. Die Erlöse seien „in allen Marken, Märkten und Produktkategorien“ gestiegen. Zudem habe das Unternehmen die Margen gesteigert, gleichzeitig aber weiter in „die Produktqualität und Innovationen sowie die Sichtbarkeit der Marke und die digitale Evolution“ investiert.

In den Monaten Januar bis Juni belief sich der Konzernumsatz auf 1,54 Milliarden Euro. Damit lag er um 3,3 Prozent über dem entsprechenden Vorjahresniveau, obwohl der starke Euro das Wachstumstempo bremste. Bereinigt um Wechselkursveränderungen stiegen die Erlöse um neun Prozent.

Hohe Zuwächse in China beflügeln den Umsatz

In Asien profitierten die Italiener von starken Geschäften in China: Dort stieg der Umsatz um 8,9 Prozent (währungsbereinigt +17 Prozent) auf 344 Millionen Euro. So fielen auch die Zahlen im gesamten asiatisch-pazifischen Raum außerhalb Japans erfreulich aus: Die Erlöse stiegen dort um 6,6 Prozent (währungsbereinigt +14 Prozent) auf 520 Millionen Euro. In Europa, der nach wie vor umsatzstärksten Marktregion, legten sie um 5,0 Prozent (währungsbereinigt +7 Prozent) auf 563 Millionen Euro zu.

In den übrigen Märkten verhinderten nur ungünstige Wechselkursveränderungen Zuwächse. So sank der ausgewiesene Umsatz in Amerika um 3,8 Prozent auf 204 Millionen Euro, währungsbereinigt stieg er um acht Prozent. In Japan blieb er mit 171 Millionen Euro stabil (währungsbereinigt +9 Prozent), im Nahen Osten schrumpften die Erlöse um 1,9 Prozent auf 51 Millionen Euro (währungsbereinigt +7 Prozent).

Der Halbjahresüberschuss wächst um knapp elf Prozent

Auch beim Ergebnis machten sich im zurückliegenden Halbjahr negative Währungseffekte bemerkbar. Strukturveränderungen und die Einschränkung von Rabattaktionen sorgten aber dafür, dass der Gewinn trotz höherer Werbeausgaben stärker als der Umsatz stieg. So übertraf das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) mit 159,2 Millionen Euro den vergleichbaren Vorjahreswert um 16,0 Prozent. Der Nettogewinn erreichte 105,7 Millionen Euro, was eine Steigerung um 10,7 Prozent bedeutete.

Konzernchef Bertelli gab sich angesichts der guten Halbjahreszahlen selbstbewusst: Das Unternehmen arbeite daran, sich den rapiden Veränderungen der Kundenbedürfnisse anzupassen und jüngere Zielgruppen zu erschließen, ohne „die Integrität der Marke“ zu verlieren. „Heute sind die Ergebnisse dieser Transformation sichtbar“, erklärte Bertelli in einer Mitteilung. Die aktuellen Resultate belegten „die Schlüssigkeit unserer strategischen Entscheidungen“. Zudem sei noch „großes Potenzial“ durch die stärkere Verzahnung von stationärem Einzelhandel und digitalen Kommunikations- und Vertriebswegen zu nutzen, so Bertelli.

Prada, 1. Halbjahr 2018
Umsatz 1,54 Milliarden €
Nettogewinn 105,7 Millionen €

Foto: Prada
 

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