VF Corporation startet mit hohen Zuwächsen ins Jahr 2018

Der US-amerikanische Bekleidungskonzern VF Corporation hat in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres seinen Höhenflug fortgesetzt. Vor allem der Zukauf des Workwear-Herstellers Williamson-Dickie sowie deutliche Umsatzverbesserungen bei der Marke Vans und im eigenen Einzelhandel ließen die Erlöse im Berichtszeitraum um mehr als ein Fünftel steigen.

Weniger gut lief es weiterhin in der Jeans-Sparte des Konzerns. Die mageren Resultate in diesem Segment führten dazu, dass der Aktienkurs von VF nach der Verkündung der aktuellen Zahlen am Freitag erst einmal kräftig absackte.

Weil die Konzernführung beschlossen hatte, das Geschäftsjahr künftig erst Anfang April zu beginnen, bezeichnete sie die Monate Januar bis März als „Übergangsperiode“: Das letzte Geschäftsjahr war Ende 2017 abgeschlossen worden, das aktuelle begann der beschlossenen Neuregelung entsprechend am 1. April.

Die Übernahme von Williamson-Dickie beflügelt den Umsatz

Im Berichtszeitraum belief sich der Konzernumsatz aus fortgeführten Geschäften – also bereinigt um die Anteile inzwischen verkaufter Sparten – auf 3,05 Milliarden US-Dollar (2,53 Milliarden Euro). Gegenüber dem ersten Quartal 2017 stieg er damit um 22 Prozent. Bereinigt um Wechselkursveränderungen wuchsen die Erlöse um 17 Prozent.

Großen Anteil am deutlichen Wachstum hatte der Kauf von Williamson-Dickie: Der Neuzugang, den VF im vergangenen Jahr für 820 Millionen US-Dollar übernommen hatte, steuerte in den ersten drei Monaten 233 Millionen US-Dollar zum Gesamtumsatz bei. Ohne seinen Anteil stieg der Konzernumsatz um zwölf Prozent (währungsbereinigt +8 Prozent).

Herausragend entwickelten sich die Marke Vans, deren Erlöse um 45 Prozent (währungsbereinigt +39 Prozent) stiegen, und der konzerneigene Einzelhandel (+34 Prozent, währungsbereinigt +29 Prozent). Bereinigt um Wechselkursveränderungen und den Anteil von Williamson-Dickie stiegen die Retail-Erlöse um 24 Prozent. Überdurchschnittlich zulegen konnte erneut das Online-Geschäft (+61 Prozent, währungsbereinigt +54 Prozent).

Auch das Outdoor-Label The North Face lieferte kräftige Zuwächse (+11 Prozent, währungsbereinigt +7 Prozent). Die Marke Timberland schwächelte hingegen auf dem Heimatmarkt. Ihr Umsatz stieg nur aufgrund von günstigen Wechselkursveränderungen um fünf Prozent, währungsbereinigt sank er um ein Prozent.

Das Denim-Segment bereitet weiterhin Sorgen

Wenig erfreulich entwickelte sich auch das Denim-Segment, dessen Erlöse um ein Prozent (währungsbereinigt -4 Prozent) schrumpften. Während das Label Wrangler das Vorjahresniveau knapp übertreffen konnte (+3 Prozent, währungsbereinigt +1 Prozent), sackten der Umsatz von Lee um sechs Prozent (währungsbereinigt -11 Prozent) ab.

Einmalige Kosten im Rahmen der jüngsten Akquisitionen von Williamson-Dickie, Icebreaker und Altra belasteten das Betriebsergebnis. So stieg der operative Gewinn lediglich um sieben Prozent auf 311,4 Millionen US-Dollar. Bereinigt um Sondereffekte wuchs er um 14 Prozent. Niedrigere Steuerbelastungen sorgten dafür, dass der ausgewiesene Nettogewinn um 21 Prozent auf 252,8 Millionen US-Dollar (211,8 Millionen Euro) verbessert wurde. Der Überschuss aus fortgeführten Geschäften – also ohne die Ergebnisbeiträge inzwischen verkaufter Sparten – stieg um 22 Prozent auf 261,2 Millionen US-Dollar. Der Konzern hatte sich im Laufe der vergangenen zwölf Monate unter anderem von der Marke Nautica und dem Segment Licensed Sports Group getrennt.

Für das Geschäftsjahr 2018/19 rechnet die Konzernspitze mit einer Umsatzsteigerung um neun bis zehn Prozent auf 13,45 bis 13,55 Milliarden US-Dollar. Im Denim-Segment wird allerdings keine Verbesserung erwartet: Seine Erlöse werden voraussichtlich stagnieren. Der um Sondereffekte bereinigte verwässerte Gewinn pro Aktie soll im laufenden Geschäftsjahr 3,48 bis 3,53 US-Dollar erreichen und damit um elf bis 13 Prozent wachsen.

VF Corporation, Januar bis März 2018
Umsatz 3,05 Milliarden $
Nettogewinn 252,8 Millionen $

Foto: Dickies Facebook-Page
 

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