Bevh: Deutscher Onlinehandel meldet kräftigen Aufschwung im April

Die deutschen Onlinehändler konnten sich im April über ein beachtliches Umsatzplus freuen. Dank der gestiegenen Nachfrage habe die Branche „den im März verzeichneten Umsatzrückgang deutlich aufholen können“, erklärte der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel e.V. (Bevh) am Dienstag. Die Branchenorganisation bezog sich dabei auf eine aktuelle „Sonderauswertung“ ihrer regelmäßigen Verbraucherbefragung.

Demnach erreichte der E-Commerce-Umsatz mit Waren im April eine Höhe von 6,82 Milliarden inklusive Umsatzsteuer. Damit lag er um 17,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im März waren die Bruttoerlöse der deutschen Onlinehändler aufgrund der Konsumzurückhaltung infolge der Covid-19-Pandemie noch um 18,1 Prozent eingebrochen.

Die Onlineumsätze mit Bekleidung steigen im April um rund zwölf Prozent

Auch im Bekleidungshandel ging es nach dem Umsatzeinbruch im Vormonat (-35,4 Prozent) wieder aufwärts: Die Onlineerlöse in diesem Segment lagen im April einschließlich der Umsatzsteuer bei 1,20 Milliarden Euro und damit um 12,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Der Bruttoumsatz mit Haus- und Heimtextilien wuchs um 20,8 Prozent auf 102 Millionen Euro, die Erlöse mit Schuhen legten um 5,4 Prozent auf 357 Millionen Euro zu.

Besonders kräftige Zuwächse erzielten die Onlineanbieter von Lebensmitteln (+126,8 Prozent), Medikamenten (+86,5 Prozent) und Drogerieartikeln (+72,8 Prozent). Rückläufig waren die Erlöse im April nur noch in den Produktgruppen Auto & Motorrad/Zubehör (-44,0 Prozent) sowie Schmuck & Uhren (-25,2 Prozent).

Die deutsche E-Commerce-Branche kann den im März erlittenen Umsatzeinbruch wettmachen

Dank des Aufschwungs im April konnte die deutsche E-Commerce-Branche ihre Einbußen aus dem März mehr als ausgleichen: Der kumulierte Gesamtumsatz in den beiden von der Corona-Krise geprägten Monaten lag bei rund 10,4 Milliarden Euro und damit um 2,4 Prozent über dem Wert des entsprechenden Vorjahreszeitraums.

Den Bekleidungsanbietern gelang das allerdings nicht: Ihre Online-Umsätze im März und April beliefen sich auf 1,75 Milliarden Euro und lagen damit um 8,8 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Im Zeitraum von Januar bis April stiegen die Bruttoerlöse in diesem Produktsegment daher lediglich um 1,1 Prozent auf 4,25 Milliarden Euro.

Verbandspräsident Furchheim sieht den E-Commerce als „Rettungsanker in der Corona-Pandemie“

Bevh-Präsident Gero Furchheim hob angesichts der aktuellen Zahlen die besondere Rolle des Onlinehandels in der gegenwärtigen Krise hervor: „Der Weg in die neue Normalität ist noch weit und die Pandemie noch längst nicht überwunden“, erklärte er in einer Mitteilung. „Wichtig ist jetzt, die vielen ermutigenden Initiativen voranzutreiben, die das lokale Angebot digital erlebbar machen und die Kunden mit den Händlern nachhaltig verbinden.“ Das Onlinegeschäft sei „auch für primär stationär tätige Händler mehr als ein Rettungsanker in der Corona-Pandemie“, so Furchheim. „E-Commerce ist unverzichtbarer Baustein für jedes zeitgemäße Handelskonzept.“

Foto: Otto Group

 

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