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Deutscher Onlinehandel wächst auch dritten Quartal kräftig – Jahresziel bei 100 Milliarden Euro

Von Jan Schroder

7. Okt. 2021

Einzelhandel

Foto: Karolina Grabowska/Pexels

Der Onlinehandel in Deutschland konnte auch im dritten Quartal 2021 kräftig zulegen. Die E-Commerce-Umsätze mit Waren hätten in den Monaten August bis Oktober hierzulande eine Höhe von knapp 22,2 Milliarden Euro erreicht und damit um 14,8 Prozent über dem entsprechenden Vorjahresniveau gelegen, teilte der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (Bevh) unter Berufung auf die Ergebnisse einer Verbraucherbefragung mit.

„Für den E-Commerce ist es das wachstumsstärkste dritte Quartal seit fünf Jahren und führt eine seit 2017 stattfindende Beschleunigung der Umsatzzuwächse fort“, erklärte die Branchenorganisation am Mittwochabend. Im gesamten interaktiven Handel stieg der Quartalsumsatz mit Waren demnach um 14,3 Prozent auf 22,5 Milliarden Euro.

Bekleidung bleibt umsatzstärkste Warenkategorie im E-Commerce

Die umsatzstärkste Warenkategorie im Onlinehandel blieb auch im dritten Quartal Bekleidung: Dort stiegen die Erlöse gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13,3 Prozent auf 4,49 Milliarden Euro. Der E-Commerce-Umsatz mit Schuhen wuchs um 15,1 Prozent auf 1,24 Milliarden Euro, im Segment Haus- und Heimtextilien legte er um 10,2 Prozent auf 346 Millionen Euro zu. Die höchste Steigerungsrate aller Kategorien erzielte erneut der Lebensmittelhandel, der seinen Online-Umsatz um 34,5 Prozent auf 852 Millionen Euro verbesserte.

Der Umsatz mit digitalen Dienstleistungen konnte hingegen das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreichen. Im dritten Quartal legten die entsprechenden Erlöse um 31,0 Prozent auf 2,23 Milliarden Euro zu. Damit habe das Wachstum nach dem starken Vorquartal (+61,3 Prozent) wieder an Schwung verloren, erklärte der Bevh. Zudem handele es sich bei den Zuwächsen „noch immer um Nachholeffekte, die den Einbruch aus dem Vorjahr nicht aufholen können“.

Der Branchenverband Bevh bekräftigt seine Jahresprognose

Der Verband begründete die vergleichsweise verhaltene Entwicklung bei digitalen Dienstleistungen mit den nach wie vor spürbaren Auswirkungen der Covid-19-Pandemie: „Unter dem Strich deutet das darauf hin, dass die Menschen in den Sommermonaten zwar wieder online Reisen und Konzerttickets gebucht haben, ihr Geld für Unternehmungen jedoch noch immer vorsichtiger ausgeben als vor Pandemie-Ausbruch“, erklärte der Bevh.

Angesichts der vorliegenden Zahlen bekräftigte der Verband seine Jahresprognose. In den ersten neun Monaten des Jahres habe der E-Commerce in Deutschland Gesamtumsätze in Höhe von rund 67,4 Milliarden Euro erzielt, teilte er mit. Im gesamten interaktiven Handel inklusive Dienstleistungen lagen die Erlöse demnach bei 74 Milliarden Euro. „Ein starkes letztes Weihnachtsquartal eingerechnet, befindet sich die Branche damit weiter auf dem Weg, in diesem Jahr erstmals die Marke von 100 Milliarden Euro zu brechen“, erklärte der Bevh.