Gap will 225 Läden schließen

Der US-Bekleidungskonzern Gap Inc. will in diesem Jahr weltweit weitere 225 Gap- und Banana Republic- Geschäfte schließen; mehr sollen im nächsten Jahr folgen. Dies gab der Konzern als Teil seines Berichts zum zweiten Quartal 2020 bekannt.

Das Unternehmen sieht die Maßnahme „als Teil seiner laufenden Bemühungen, das [Einzelhandelsnetzwerk] zu optimieren, um seine langfristige strategische Priorität mit einer kleineren, gesünderen Anzahl [von Filialen] weiter voranzutreiben“, so der Bericht.

Zum Ende des zweiten Quartals 2020 hatte Gap 3.814 Geschäfte weltweit in 42 Ländern, von denen 3.215 vom Unternehmen selbst betrieben werden. Zu den Filialen, die geschlossen werden sollen, gehört auch der Flagshipstore in San Francisco.

Obwohl Gap auf Nettoverluste zusteuert, schneidet das Unternehmen besser ab als erwartet: Der Nettoumsatz im zweiten Quartal fiel im Jahresvergleich um 18 Prozent auf 3,3 Milliarden US-Dollar (2,76 Milliarden Euro), wobei der Umsatz bei Gap um 28 Prozent, bei Old Navy um 5 Prozent, bei Banana Republic um 52 Prozent und bei Athleta um 6 Prozent zurückging.

Im ersten Quartal lag der Rückgang der Umsätze für die Marke Gap noch bei 50 Prozent, für Old Navy bei 42 Prozent und für Banana Republic um 47 Prozent. Bei der stärker auf ein Omnichannel-Vertriebsmodell ausgerichteten und im Trend liegenden Athleisure-Marke Athleta hielten sich die Einbußen mit 8 Prozent noch in Grenzen.

Was die Verlust ebenfalls eingedämmt hat, ist, dass sich der Online-Umsatz im Vergleich zum letzten Jahr mehr als verdoppelt und mehr als 3,5 Millionen neue Kunden herangezogen hat, was einem Anstieg der Neukunden von 165 Prozent entspricht. Zudem verkauft Gap auch Masken, die 130 Millionen US-Dollar (rund 110 Millionen Euro) zu den Einkünften beisteuerten.

Ebenso setzt das Unternehmen aus San Francisco auf eine neue, zehnjährige Kollaboration mit Popstar Kanye West und seinem Modelabel Yeezy. Diese sollte Gaps Kundenstamm weiter wachsen lassen, ebenso wie seine Einkünfte. Allein die Ankündigung der geplanten Zusammenarbeit ließ den Aktienkurs von Gap Ende Juni um mehr als 4 Prozent ansteigen .

Unter der strengen Führung der neuen Geschäftsführerin Sonia Syngal und Finanzchefin Katrina O’Connell ist Gaps Strategie, die Anzahl der physischen Filialen zu reduzieren, während mehr in den E-Commerce investiert wird. Zudem scheint die Athleisure-Marke Athleta mit WFH-Wear mehr den Geist der Zeit zu treffen als die andere Marken des Unternehmens.

Foto: Allyson Felix + Athleta / Gap Inc.

 

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